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Initiativen halten Gedenken an hessische NS-Opfer wach

Wanderausstellung Initiativen halten Gedenken an hessische NS-Opfer wach

Mit einer informativen Ausstellung präsentieren Gedenkstätten und ­Erinnerungsinitiativen aus Hessen ihre Arbeit.

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Zwei Besucherinnen betrachten Tafeln der Ausstellung „Gedenken in Hessen“. Foto: Ina Tannert

Marburg. Zwangsarbeit, Deportation, Euthanasie-Verbrechen oder Verfolgung: Die neue Ausstellung der „Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen“ (LAG) gibt Einblicke in die regionalen Gräueltaten der NS-Diktatur, zeigt gleichzeitig eine lebendige Gedenkkultur in Hessen.

In die Präsentation brachten sich auch heimische Mitglieder des Verbandes mit ein. Die „Geschichtswerkstatt Marburg“, der „Arbeitskreis Landsynagoge Roth“, das „Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf“ sowie die „Gedenkstätte Trutzhain“ stellen ihre Arbeit mit zusätzlichen Einzeltafeln vor. „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein enormes, regionales Angebot an Erinnerungsorten und Gedenkstätten mit einem beachtlichemn Niveau entwickelt“, lobte Dr. Andreas Hedwig, Leiter des Hessischen Staatsarchivs Marburg bei der Ausstellungseröffnung. Er verwies auf die wachsende Bedeutung von Archiven und Gedenkinitiativen. Weil in absehbarer Zeit auch die letzten Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung nicht mehr als wertvolle Zeitzeugen zur Verfügung stehen werden, gibt es in der Erinnerungskultur einen grundlegenden Umbruch.

Über Entwicklung und Wirken der hessischen Gedenkkultur sprach Dr. Monika Hölscher von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. „Ein Wendepunkt“ in der Geschichte der Gedenkstättenarbeit war das Jahr 1979, in dem die US-amerikanische Fernsehserie „Holocaust - die Geschichte der Familie Weiss“ ausgestrahlt wurde. Eine verstärkte, offenere Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, wachsende Besucherströme und eine zunehmende Bedeutung der historischen Vermittler war die Folge. Heute gibt es hessenweit mehr als 50 Gedenkstätten und Erinnerungsorte für Opfer des Nationalsozialismus, lediglich vier davon werden hauptamtlich betreut. Die Organisationen sorgen für die Restaurierung von zahlreichen kleinen und großen Erinnerungsorten, wie Synagogen, Konzentrationslagern oder Munitionsfabriken sowie für deren kulturelle und pädagogische Nutzung. Untereinander vernetzt sind die Einrichtungen in der LAG, die sich im September 1999 in Marburg gründete. Der Verband fördert Austausch und Kooperation der einzelnen Initiativen. Anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens entstand die aktuelle Wanderausstellung.

n Die Ausstellung ist noch bis zum 28. August im ersten Stock des Hessischen Staatsarchivs zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8.30 bis 16.30 Uhr, Dienstag bis Donnerstag: 8.30 bis 19 Uhr.

von Ina Tannert

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