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Ingo Schulz und Ina Schmidt geben auf

MR ohne IS Ingo Schulz und Ina Schmidt geben auf

Ein Appell sollte es sein, kein Verbot. Im April vergangenen Jahres machte der Landkreis mit seiner Offensive gegen die IS-Kennzeichen landesweit Schlagzeilen.

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Im Kreis sind zwar noch 193 Fahrzeuge mit dieser Buchstabenkombination unterwegs, doch wird sie seit dem vergangenen Jahr aufgrund der Verbindung zum Islamischen Staat nicht mehr vergeben.

Quelle: Lara Hoffsteter

Marburg. Beim Landkreis hatte man unter dem Eindruck der Terroranschläge von Paris entschieden, möglichen Sympathiebekundungen gegenüber dem Islamischen Staat auf den Nummernschildern zu begegnen.

Der Erste Kreisbeigeordnete, Marian Zachow, teilte damals mit, dass die Zulassungsstelle in der Regelzuweisung von KfZ-Kennzeichen künftig auf die Vergabe der Buchstaben-Kombination IS verzichten werde. Zugleich nahm man sich in der Zulassungsstelle vor, gegenüber Kunden, die das „IS“ auf ihrem Nummernschild ausdrücklich wünschten, künftig gegen diese Wahl zu argumentieren. Klar stellte der Landkreis damals heraus, dass es kein Verbot gebe, man wolle nur an die Bürger appellieren, auf die möglicherweise heikle Kombination zu verzichten. Neun Monate sind vergangen seit dem Appell an die Bürger.

Die OP hat nachgefragt, wie sich die Situation entwickelt hat. Von seinerzeit 200 Fahrzeugen mit IS auf dem Kennzeichen hat sich die Anzahl auf nunmehr 193 in Marburg-Biedenkopf verringert, teilte die Presse­stelle des Landkreises der OP mit. Nachdem der Kreis seine Kampagne gegen die IS-Kennzeichen gestartet hatte, hätten zwei Kunden ihre Kennzeichen freiwillig umgetauscht. Die Ingo Schulzes und Ina Schmidts dieses Landkreises gibt es freilich immer noch. Doch beharren sie nach Angaben des Landkreises nicht darauf, dass sie ein Wunsch-Kennzeichen mit ihren Initialen darauf bekommen.

Zachow: „Man kann die Gründe gut vermitteln“

„Bisher konnten einige wenige Kunden, die ein solches Kennzeichen aus privaten Gründen wünschten, im Gespräch überzeugt werden, eine andere Kombination zu wählen“, sagt Kreis-Pressesprecher Dr. Markus Morr. Das letzte Kennzeichen mit MR-IS darauf habe der Landkreis am 26. November 2015 vergeben.

„Die Zahlen zeigen, dass die Entscheidung zu keinen größeren Konflikten geführt hat und man die Gründe für dieses Vorgehen gut vermitteln kann“, ist der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) zufrieden. In anderen Städten der Republik werden IS-Kennzeichen nicht mehr vergeben, beispielsweise in Augsburg, in Darmstadt oder in Passau. In Österreich ­erwirkte das Innenministerium bereits 2015, dass auf die Kombi „IS“ im Hinblick auf die Abkürzung für Islamischer Staat gänzlich verzichtet wird.

Die Vergabe von Wunsch-Kennzeichen ist ein kostenpflichtiger Service der Zulassungsstellen für die Kfz-Halter, doch grundsätzlich haben Bürger keinen festen Anspruch auf ein bestimmtes Kennzeichen, die Zulassungsstelle hat immer das letzte Wort.

von Carina Becker-Werner

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