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Informative Zeitreise durch das Schloss

Ausstellung "Stadt Land Schloss" Informative Zeitreise durch das Schloss

"Stadt Land Schloss" ist der Titel der Ausstellung im Marburger Landgrafenschloss, zu der jetzt ein Ausstellungskatalog erschienen ist.

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Das Marburger Schloss steht im Mittelpunkt des Ausstellungskatalogs.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es ist eine kulturgeschichtliche Reise durch das Marburger Landgrafenschloss, die in dem jetzt erschienen Buch zusammengefasst ist. Mit Dokumenten, Fotos und Erläuterungen wird in dem Begleitband zu der Ausstellung „Stadt Land Schloss“ vor allem die bewegte Geschichte des Schlosses erläutert. Wie in der Ausstellung wird auch in dem Buch anhand der Museumsbestände neben der Schlossgeschichte auch die Beziehung zwischen Schloss und Stadt Marburg sowie der Region geschlagen.

So erfahren die Leser unter anderem, dass die ältesten Überreste der alten Marburg schon bis auf das 10. Jahrhundert zurückgehen. Vor allem als Residenz der hessischen Landgrafen habe das hoch über der Stadt auf dem Schlossberg thronende Schloss ab dem 13. Jahrhundert seine Bedeutung als Kulturdenkmal bekommen.

Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss dann in eine Festungsanlage einbezogen. Auch als Gefängnis wurde das Schloss im 19. Jahrhundert genutzt. Einer der berühmtesten Gefangenen war Professor Sylvester Jordan, einer der Väter der hessischen Verfassung von 1831. Einblicke in den Alltag der Gefängnisinsassen werden auch in dem Buch vermittelt.

Universität nutzt Schloss seit 1946

Von 1870 bis 1938 diente das Schloss vorwiegend als Staatsarchiv. Seit 1946, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nutzt die Marburger Universität das Schloss. So ist dort seit 1981 das Uni-Museum für Kulturgeschichte untergebracht, in dem die Ausstellung „Stadt Land Fluss“ bereits seit dem Sommer vergangenen Jahres und noch bis zum 15. Januar 2017 zu besichtigen ist.

Die Funktionsgeschichte des Schlosses wird in dieser Ausstellung in sechs Stationen dargestellt. Damit korrespondieren in dem Buch sechs Kapitel.

Die Ausstellungsstücke dienen gewissermaßen als Belegstücke der Geschichte und sollen einen Eindruck von der Geschichte vermitteln, erläutert Dr. Christoph Otterbeck. Er ist als Direk­tor des Uni-Museums auch Herausgeber des Buchs.

So gibt es beispielsweise einen im 16. Jahrhundert geschmiedeten Panzerhandschuh aus Eisen zu sehen. Dieser ehemalige Handschuh einer Ritterrüstung wurde im Marburger Schloss gefunden. Verschiedene Schlossmodelle und -pläne zeigen, wie sich das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte entwickelte.

Einzelne Exponate werden von Experten erläutert

Wie in der Ausstellung werden auch in dem Buch einzelne Exponate von Experten, aber auch von normalen Museumsbesuchern erläutert. Das Besondere an dem Katalog, der sich im Layout auch an das Ausstellungsdesign anlehnt: Die Seiten sind sehr luftig und mit Mut zum Weißraum arrangiert. So kommen die Bilder und Dokumente besonders gut zur Geltung. Zudem sind die Texte nicht mit einer Überfülle an Informationen überfrachtet.

Gleichzeitig bietet das Buch aber auf jeden Fall Basis-Informationen zur Geschichte des Marburger Schlosses und seines Umfelds. Zudem entdeckt man eine Menge spannender und hintergründiger Details. Sie machen auf jeden Fall Lust auf einen Besuch im Marburger Schloss und vielleicht sogar in der Ausstellung „Stadt Land Schloss“. Erhältlich ist das Buch an der Schlosskasse, im Buchhandel oder durch eine schriftliche Bestellung per Mail unter museum@uni.marburg.de.

  • Christoph Otterbeck: Stadt Land Schloss. Eine kulturgeschichtliche Reise durch das Landgrafenschloss Marburg. 207 Seiten. 19,90 Euro.

von Manfred Hitzeroth

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