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Industriegebiete als möglicher Wohnraum

Runder Tisch Industriegebiete als möglicher Wohnraum

Beim runden Tisch „Preiswerter Wohnraum“ wurde eine Zwischenbilanz zum Wohnraumversorgungskonzept gezogen.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (von links) Monique Meier, Reinhold Kulle und Wolfgang Liprecht berichteten über den Zwischenstand zum Wohnraumversorgungskonzept.Foto: Krause

Marburg. Wie der Fachdienstleiter Stadtplanung, Reinhold Kulle, berichtete, gibt es im geförderten Wohnungsbau bereits 24 bezugsfertige und bereits bezogene neue Sozialwohnungen „Am Rain“, 58 im Bau befindliche und vor der Bezugsfertigstellung stehende neue Sozialwohnungen im „Damaschkeweg“ und „Am Richtsberg“ und 94 im Bau befindliche, genehmigte neue Sozialwohnungen am oberen und unteren Richtsberg.

133 Sozialwohnungen sind in planerischer Vorbereitung in der „Neuen Kasseler Straße“, der „Friedrich-Ebert-Straße“ und der „Graf-von-Stauffenberg-Straße“. Zusätzlich werden rund 80 bis 90 Sozialwohnungen am „Erlenring“, der „Poitiers-Straße“, „Kantstraße“ und der „Magdeburger Straße“ geplant. Weitere Standorte für 80 bis 90 Wohneinheiten könnten Weidenhausen/Erlenring, Poitiersstraße, Kantstraße und die Magdeburger Straße in Wehrda sein. Perspektivisch könnten auch Industriegebiete, wie Gisselberger oder Frauenbergstraße für Wohnungsbau umgewandelt werden.

Gesamtbedarf 1600 Wohnungen

Etwa 80 Bürger waren in den Stadtverordnetensitzungssaal gekommen, um sich über die Fortschritte des Wohnraumversorgungskonzeptes zu informieren, das die Stadtverordnetenversammlung vergangenes Jahr beschlossen hat. Dem Konzept nach gilt es in den kommenden Jahren die Wohnraumversorgung für alle Bürger stetig zu verbessern und unter anderem preiswerten Wohnraum im Bestand zu sichern, Baulandpotential auszuschöpfen und Zugänge zum Wohnungsmarkt zu erleichtern.

Kulle informierte über die Sicherung des bezahlbaren Wohnraums im Bestand und nachfragegerechten Neubau. „Insgesamt werden 1200 neue Wohneinheiten im Geschossbau für erforderlich gehalten“, sagte Kulle. Zusammen mit anderen Wohnungen geht das Konzept von einem Bedarf von 1600 aus. 450 sollen Kulles Angaben nach im sozialen Wohnungsbau bis 2018 entstehen. Durch die vielen zugewiesenen Flüchtlinge, derzeit leben in Marburg etwa 670, würden aber insgesamt etwa 800 Wohnungen gebraucht. 170 Wohnungen würden für Studierende kommen, vorwiegend durch das Studentenwerk.

Wolfgang Liprecht, Leiter des städtischen Referats Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung, erläuterte es sei eine Quotierung beschlossen. Das heiße, dass private Investoren bei Projekten ab 20 Wohneinheiten ein Fünftel Sozialwohnungen bereitstellen müssten, wofür es Förderung gebe.

Eine Mietpreisbremse würde nicht zu mehr Wohnraum führen, so Liprecht, und ein Mietpreisspiegel berücksichtige nur neue Mietverträge der letzten Jahre. Diese Mieten seien aufgrund der angespannten Wohnraumsituation hoch, was dann alle Mieten ansteigen lasse. Von der Stadt nicht gewollt sei auch eine Fehlbelegungsabgabe. Diese bringe der Stadt finanziell nichts wegen eines extrem hohen Verwaltungsaufwands, so Liprecht. Zudem widerspreche sie dem Anliegen, einer gemischten Belegung von Wohnraum, um Ausgrenzungen zu vermeiden. Leider habe das Land Hessen genau diese Abgabe beschlossen.

Das Wohnraumversorgungskonzept sowie Unterlagen und Protokolle des gesamten Prozesses sind unter https://www.marburg.de abrufbar.

von Heiko Krause

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