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In drei Jahren zum Notfallsanitäter

Ausbildung wird verändert In drei Jahren zum Notfallsanitäter

Das Bildungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Cappel bildet seit kurzem 24 junge Leute nach einem neuem Berufsbild zum Notfallsanitäter aus. Die verlängerte Ausbildungszeit entspricht dann der in anderen Gesundheitsberufen.

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Die Landrätinnen Anita Schneider (rechts) und Kirsten Fründt (2. von links) begrüßten mit Markus Müller (DRK, rechts daneben) und Oliver Meermann (Johanniter, links daneben) die neuen Auszubildenden. Foto: Heiko Krause

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Die Landrätinnen der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen, Kirsten Fründt (SPD) und Anita Schneider (SPD), begrüßten die neuen Kursteilnehmer zusammen mit Vertretern der Rettungsdienste und informierten sich über die neuen Ausbildungsinhalte.

Zwei Ausbildungskurse haben zum 1. August beziehungsweise 1. September begonnen. Im Bildungszentrum können neben dem Rettungsdienst Mittelhessen auch andere Rettungsdienste ausbilden lassen - so hat diesmal auch der Regionalverband Mittelhessen der Johanniter Unfallhilfe drei Teilnehmer entsandt.

Wie DRK-Geschäftsführer Markus Müller erläuterte, stünden 40 schulische Ausbildungsplätze zur Verfügung, man starte mit 24 Auszubildenden und wolle auch in den Folgejahren auf diesem Niveau ausbilden. Oliver Meermann, Regionalvorstand der Johanniter, strich die gute Zusammenarbeit bei der Ausbildung heraus. Das sei in Mittelhessen aber eine Selbstverständlichkeit, kooperiere man doch bereits seit vielen Jahren auch in allen anderen Bereichen ganz hervorragend.

Als „völliges Neuland“ bezeichnete Müller die Ausbildung der Notfallsanitäter. Er erinnerte daran, dass das Gesetz, das die Intensivierung der Ausbildung regelt, erst am 1. Januar in Kraft getreten ist. Die Ausbildung dauert nun drei statt zwei Jahre und ist somit der in anderen Gesundheitsberufen gleichgestellt. Erst Anfang September habe das Land festgestellt, dass die schon begonnene Ausbildung auch „ihre Richtigkeit hat“. Wie die Notfallsanitäter nach ihrem Abschluss bezahlt würden, regele noch kein Tarifvertrag.

Müller hob hervor, dass es umso bemerkenswerter sei, dass sich die Auszubildenden dieser besonderen Herausforderung stellten. Eine Herausforderung sei es auch, in siebenjähriger Übergangszeit die bisherigen Rettungsassistenten umzuschulen beziehungsweise weiterzubilden. Den Absolventen solle mehr Eigenverantwortung im Umgang mit Kranken und Verletzten übertragen werden, so Müller. „Sie bekommen mehr Kompetenzen zum Wohle der Patienten.“

Peter Jakob vom Betriebsrat des Rettungsdienstes bemängelte, dass das Ziel des Landes Hessen, im Jahr 200 junge Leute auszubilden, derzeit noch weit verfehlt werde, der Nachwuchs sei deshalb keinesfalls gesichert. Laut Auskunft Müllers gibt es die Ausbildung derzeit nur an zwei weiteren Standorten.

„Ich freue mich, dass wir schneller sind als das Land“, sagte Fründt in diesem Zusammenhang. Sie und Amtskollegin Schneider betonten, dass die Landkreise für die Planung rettungsdienstlicher Versorgung verantwortlich seien. Eine stabile Personalsituation und gute Ausbildung seien deshalb unerlässlich, so Fründt.

Die Aufwertung des Berufs sei im Hinblick auf zukünftige Aufgaben überfällig gewesen, so Schneider, die darauf verwies, dass die Einsätze auch wegen des Älterwerdens der Gesellschaft gestiegen seien und noch weiter steigen würden.

von Heiko Krause

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