Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Immobilien-Kauf: Stadt gilt als Top-Tipp

Analyse Immobilien-Kauf: Stadt gilt als Top-Tipp

Schnäppchen-Paradies Marburg: Stärker als Metropolen wie Frankfurt lockt der Markt in der Universitätsstadt Grundstücks- und Wohnungskäufer mit hohen Renditen, gilt unter Immobilenexperten als Geheimtipp.

Voriger Artikel
Hunderte spazieren durch Brauchtums-Halle
Nächster Artikel
Immer mehr Kinder flüchten nach Marburg

Marburg gilt Immobilienexperten zufolge als einer der rendite-attraktivsten Standorte für Wohnungs- und Hauskäufer abseits der Ballungszentren. Derzeit entstehen Dutzende Eigentums- und Mietwohnungen in der Weintrautstraße. Foto: Björn Wisker

Marburg. Die Kaufpreise und Mieten in Metropolen wie Frankfurt, Köln, München und Co. sind hoch und steigen weiter - für Wohnraum-Investoren mindert das zusehends deren Attraktivität. Der Immobiliendienstleister Dr. Lübke & Kelber hat nun untersucht, wo im Vergleich von Rendite und Risiko noch Schnäppchen zu machen sind. Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Die attraktivsten Bedingungen finden Immobilieninvestoren derzeit abseits der Ballungsräume - etwa in Marburg (Rang 17 von 110).

Für das Ranking haben die Experten eine Risiko-Kennziffer für 110 deutsche Städte ermittelt. Dabei berücksichtigten sie neben der Nachfrage nach Wohnraum auch die Wirtschaftskraft, die Bevölkerungsentwicklung sowie die Miet- und Kaufpreise. Im Ergebnis lagen sowohl bekannte Favoriten als auch kleinere Außenseiter vorn: In München und Frankfurt ist das Standortrisiko demnach am geringsten, gefolgt von Regensburg, Ingolstadt, Hamburg und Stuttgart. Allerdings sind dies auch jene Städte, in denen die Preise in den vergangenen Jahren besonders kräftig gestiegen sind. Die zu erwartenden Renditen sind trotz der niedrigen Kreditzinsen vergleichsweise gering.

So kommt die Studie für ein Investment in München bei 40 Prozent Eigenkapital und einem Zinssatz von 1,85 Prozent auf eine Rendite auf das Eigenkapital von gerade mal 4,95 Prozent. In Frankfurt an der Oder in Gera lassen sich weit höhere Renditen erzielen, die Investments sind dort aber auch mit einem deutlich größeren Risiko behaftet.

Nur Kassel und Fulda schneiden besser ab

Für das Ranking der sogenannten „hidden Champions“ haben die Experten deshalb eine zu erzielende Mindestrendite errechnet, die sich am Standortrisiko orientiert - je höher das Risiko, desto höher sollte die Rendite sein. Anschließend haben sie den Abstand zwischen dieser Mindestrendite und der tatsächlich erzielbaren Eigenkapitalrendite errechnet. Im Fall von Marburg war dieser Abstand mit 4,26 Prozent recht groß, in Hessen schnitten nur Kassel (4,88 Prozent) und die deutschlandweit zweitbeste Stadt Fulda (6,05 Prozent) besser ab. Zum Vergleich: Frankfurt ist in dem Rendite-Ranking auf Rang 73.

„Marburg ist ein guter Immobilienstandort. Die Voll-Infrastruktur, etwa mit Klinikum, Einkaufsmöglichkeiten und Zugverbindungen in alle Himmelsrichtungen macht die Stadt als Wohnlage attraktiv“ sagt Frank Alexander, Verband der Immobilienberater Hessen (IVD) auf OP-Anfrage. Zwar werde niemand, der im Rhein-Main-Gebiet arbeite bis nach Marburg ziehen um den in Südhessen höheren Miet- und Kaufpreisen zu entgehen. Da aber die Mietnachfrage - gerade durch den Zuzug aus der mittel- und nordhessischen Region sowie Studenten - „dauerhaft bestehen“ werde, seien langfristig „gute Gewinne“ vor allem bei der Weitervermietung möglich.

"Besonders lohnende Investments"

Ziel der Untersuchung sei es gewesen, das Standortrisiko für Investoren richtig wiederzugeben, erläutert Ulrich Jacke, Geschäftsführer von Lübke & Kelber. „Nach wie vor stellen Investitionen in Wohnimmobilien wertstabile und liquiditätssichere Investments dar, die jedoch standortbezogene deutliche Renditeunterschiede aufzeigen“, sagt Jacke. Sein Rat: Jene, die Immobilien kaufen wollen, sollten „noch intensiver mit den renditestärkeren Investitionsstandorten abseits der Top-Städte auseinandersetzen - wie etwa Marburg“. Städte wie Fulda und die Universitätsstadt seien Standorte mit „besonders lohnenden Investments“, sie seien die „hidden Champions“. Jacke warnt jedoch: „Zu berücksichtigen ist, dass solche Märkte regelmäßig über weniger Liquidität verfügen und Investitionsgrößen eher im mittleren Segment aufzeigen. Auch ist der Marktzugang insbesondere für internationale Investoren schwieriger als in Top-Städten.“

Makler Frank Alexander ergänzt: „Marburg lebt noch mehr als andere Gegenden von dem Zuzug aus dem Umland, und natürlich von Studenten. Angesichts dessen ist das Potential dann doch begrenzter.“

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr