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Im ganzen Ort macht sich Schlamm breit

Unwetter Im ganzen Ort macht sich Schlamm breit

Es ist wie eine Lotterie, bei der niemand gewinnen will, aber muss: Zieht ein Unwetter über dem Landkreis auf, kracht es irgendwo immer besonders schlimm.

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Aufräumarbeiten nach der Schlammflut in Nesselbrunn.

Quelle: Oliver Grün, Feuerwehr Weimar

Nesselbrunn. Und wie schon so oft in diesem Jahr mussten auch an diesem Samstag aufgrund von starken Regenfällen zahlreiche Feuerwehrkameradinnen und -kameraden in ihre Einsatzkleidung steigen, um Mitbürgern zur Hilfe zu eilen. Obgleich es zu mehreren Blitzeinschlägen kam, etwa in Michelbach, Cappel und Marburg, und zwei Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden, entwickelte sich nirgends ein Feuer.

So blieb es ausschließlich bei Einsätzen, die sich mit ­Wassermassen beschäftigten, und den Helfern viel abverlangten. Besonders hart traf es dieses Mal den Weimarer Ortsteil Nesselbrunn. Dort sorgte Schlammwasser aus der Feldgemarkung für eine ernste Bedrohung der Häuser. Mit schwerem Gerät, Schlepper und Bagger versuchten Anwohner und Feuerwehrleute das Schlammwasser zu beseitigen. „Nach getaner Arbeit ging es erneut los“, berichtet Ortsvorsteher Werner Merte. Das zweite Unwetter brachte zudem Hagel mit und ließ erneut Schlamm in den Ort rutschen. Die Anwohner waren von 13 bis 22.30 Uhr mit Aufräumarbeiten beschäftigt und auch am Sonntag wurde noch einmal kräftig gereinigt. „So etwas habe ich hier in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt“, sagte gestern Merte gegenüber der OP.

B 252 kurzzeitig gesperrt

Die schnelle Reaktion der Feuerwehr Wetter-Mitte verhinderte Wassereinbruch in vier Gebäuden, nur einmal musste ein Keller ausgepumpt werden, berichtet Feuerwehr-Sprecher Christian Koch. Zudem galt es, kurzfristiges Hochwasser auf den Straßen der Innenstadt ablaufen zu lassen. Die Verbindungsstraße zwischen Wetter und Mellnau, die Kreisstraße 1, musste von Schlammmassen befreit werden. Nach viereinhalb Stunden Einsatz gab es für die Helfer nur 75 Minuten zum Verschnaufen, ehe sie erneut nach einem zweiten ordentlichen „Schutt“ alarmiert wurden.

Diesmal galt es, die Bundesstraße 252 zwischen Wetter und Göttingen von den Wassermassen zu befreien. „Weil so viel Wasser von den Feldwegen auf die Straße lief und die Regenabläufe verstopften, mussten wir die Straße für Säuberungsarbeiten kurzfristig auch sperren“, so Koch. Insgesamt waren 21 Personen aus Wetter und sechs aus Niederwetter an den Einsätzen beteiligt.

In Marburg kam es ebenfalls zu überfluteten Straßen. Weil in der Berliner Straße ein Sammelschacht nicht ­funktionierte, brauste sehr viel Wasser auf die Beltershäuser Straße bis zur Baustelle im Kreuzungsbereich zur Südspange und Umgehungsstraße, berichtet Andreas Brauer, stellvertretender Leiter der Marburger Feuerwehr. „Auf der Umgehungsstraße in Cappel stand das Wasser bis zu 20 Zentimeter hoch.“

von Götz Schaub

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