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Im „Woscht-Bus“ zum Musik-Finale

Bands aus der Region Im „Woscht-Bus“ zum Musik-Finale

Es ist eine kleine Sensation: Die Marburger Band „Bazouka Groove Club“ und die Hinterländer Hardrocker „Granny Meat Stone Shit“ haben es ins Regional-Finale eines internationalen Musikfestivals geschafft.

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Die Jungs vom „Bazouka Groove Club“ (unteres Foto) freuen sich auf das Regional-Finale des Emergenza-Festivals. Am Sonntag werden sie genauso wie die Hinterländer Hardrocker von „Granny Meat Stone Shit“ in der Batschkapp in Frankfurt auftreten.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg / Schlierbach. Damit hätten sie nicht gerechnet. „Ne. Echt net“, sagt Markus Becker und lacht aus vollem Herzen. Der vollbärtige Zwei-Meter-Hüne, Maurermeister von Beruf, freut sich wie ein kleines Kind, dass er und seine Jungs von „Granny Meat Stone Shit“ am nächsten Sonntag in der legendären Batschkapp in Frankfurt auftreten dürfen. „Das ist immer noch völlig surreal“, findet der 34-Jährige und schüttelt ungläubig den Kopf.

Tatsächlich kann die Hinterländer-Hardrock-Kombo ihre Auftritte an einer Hand abzählen. Zwei davon absolvierten sie beim Emergenza-Festival. Die erste Runde meisterten sie im KFZ in Marburg, die zweite im „Bett“ in Frankfurt. Ihr Geheimrezept, das die fehlende Spielpraxis ausgleicht: „Woscht“ und gute Laune. Die Jungs hatten für das Semifinale in Frankfurt einen Bus organisiert, der durchs Hinterland fuhr und die Fans einsammelte, damit diese sie  in Frankfurt lautstark unterstützen konnten.

 

Insgesamt 13 Stunden war der Bus unterwegs. Gut, dass Schlagzeuger Martin Seitz als gelernter Metzger die Mitfahrenden mit „Woscht“ oder besser gesagt mit „dem längsten Pfefferbeißer der Welt“ versorgt hat.

Für das Finale werden zwei "Woscht-Busse" voll

Auch am kommenden Sonntag wird der „Woscht-Bus“ wieder durchs Hinterland brausen und die Fans nach Frankfurt bringen – diesmal sind sogar zwei Busse voll geworden. „Super. Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützen kommt“, betont Markus Becker. Darauf kommt es beim Emergenza nämlich an: Das Publikum entscheidet per Handzeichen, wer weiterkommt. Je mehr eigene Fans die Bands mitbringen, desto mehr Chancen auf den Titelgewinn des Regional-Finales haben sie.

Zwar keinen mit in Naturdarm gepressten Schweinereien lockenden, dafür aber zum ersten Mal überhaupt einen Bus hat auch der „Bazouka Groove Club“. Die Marburger Band war im April nur mit einem dutzend Fans nach Frankfurt gereist. Dass sie das Semifinale trotzdem sogar gewonnen haben, verdanken sie ihrer Leidenschaft. Stets geben die Fünf auf der Bühne alles. Es dauert jeweils nur wenige Sekunden, bis sich ihre Begeisterung aufs Publikum überträgt. „Naja, das ist ja auch einfach das Tollste am Musikmachen – dass die Leute anscheinend genauso viel Spaß an unserer Musik haben wie wir und letztlich voll abgehen“, sagt Frontmann Sebastian Blanke.

„Bazouka eben. Das ballert“

Neben ihrer Leidenschaft zeichnet „Bazouka Groove Club“ aber auch ihre musikalische Bandbreite aus. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard ballen sich zu einer bombastischen Wucht, die sich in einer explosiven Mischung aus Hardcore-Rap und funkigem Rock entlädt. „Bazouka eben. Das ballert“, sagt der 21-jährige Sänger und grinst. Erst seit einem Jahr spielen die fünf Marburger zusammen. Ihre ersten musikalischen Gehversuche machten sie unter anderem als Schüler der Richtsberg-Gesamtschule. „Wir hätten uns nie erträumt, innerhalb so kurzer Zeit schon in so einem legendären Location wie der Batschkapp zu spielen“, sagt Gitarrist Joscha Mengel.


 

Beim Finale am Sonntag gehören sie zu den Jüngsten. Insgesamt 13 Bands aus ganz Hessen und den angrenzenden Bundesländern kämpfen darum, sich den Titel des Regional-Finales zu sichern und noch eine Runde weiterzukommen. Denn die Sieger des internationalen Finales erhalten die Möglichkeit, eine von Emergenza organisierte Tournee zu spielen oder eine CD zur produzieren.

So weit wollen die heimischen Bands allerdings gar nicht in die Zukunft blicken. Aber eines können sowohl „Bazouka Groove Club“ als auch „Granny Meat Stone Shit“ versprechen: „Wir werden ordentlich Gas geben!“

von Nadine Weigel

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