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Im Savigny-Haus ist der Löwe los

Neuer Professor für Völkerrecht Im Savigny-Haus ist der Löwe los

Dr. Sven Simon ist neuer Professor für Völkerrecht, Europarecht und öffentliches Recht an der Marburger Philipps-Universität.

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Professor Simon und sein Hessenlöwe, den er nach der im vergangenen Jahr in Zimbabwe von ­einem Amerikaner erschossenen Raubkatze auf den Namen Cecil getauft hat.

Quelle: Carsten Beckmann

Marburg. Simons offizieller Dienstantritt am heutigen 1.Dezember fällt zusammen mit dem 70. „Geburtstag“ der Hessischen Verfassung - Ehrensache für den Rechtswissenschaftler, „70 Jahre Hessen“ an seiner neuen Wirkungsstätte gebührend zu feiern.

Simons besonderer Stolz ist ein lebensgroßer, bunter Hessenlöwe, den der Jura-Professor für seine Räume im vierten Stock des Savigny-Hauses angeschafft hat. „Ich habe ihn Cecil getauft, nach dem Löwen, der im vergangenen Jahr illegal von einem amerikanischen Arzt in Simbabwe getötet wurde“, erklärt der 38-Jährige, für den die juristische Fakultät der Marburger Philipps-Universität die erste Station als ordentlicher Professor ist. Zuvor hatte der Wissenschaftler für ein Jahr eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich so schnell wieder in meine alte Heimat zurückkehren würde, sagt Simon, der 1978 in der aus der hessischen Gebietsreform entstandenen und nur für 31 Monate existierenden Stadt Lahn geboren wurde.

Sein Studium hatte Simon in Gießen sowie im englischen Warwick durchlaufen und zudem in Tel Aviv und bei den Vereinten Nationen in New York gearbeitet. Eine Intensivierung der juristischen Fachbereiche der Justus-Liebig-Universität und der Marburger Hochschule liegt dem neuen Professor besonders am Herzen: „Diese Kooperation ist stark ausbaufähig - wir sollten versuchen, gemeinsame Stärken herauszuarbeiten.“ Simon schwebt vor, in den bereits bestehenden intensiven Kontakt zwischen Gießen und Madison/Wisconsin auch die Philipps-Universität einzubinden sowie gemeinsame Forschungsprojekte anzustoßen.

Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit in Marburg arbeitet Sven Simon im Bundesvorstand der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen - ein Verein, der „die Arbeit der UN in der Zivilgesellschaft kommunizieren und kritisch begleiten“ soll“. Wie praxisnah die Forschungsgebiete Simons sind, veranschaulicht er am Beispiel des Streits um die transatlantischen Freihandels-Abkommen: „Dass Völkerrechtsverträge oft intransparent sind, ist seit langem bekannt, doch erst jetzt bei einem Thema wie TTIP scheint das aufzufallen.“

Wenn Sven Simon heute mit Kollegen seinen Antritt feiert, haben seine Besucher die Möglichkeit, alles über die Geschichte Hessens zu lernen, was sie bisher nicht zu fragen wagten: Der neue Lehrstuhlinhaber - er folgt auf Gilbert Gornig - hat eine Wandzeitung im DIN-A-3-Format entworfen, die einen interessanten Abriss über die Historie des Bundeslandes von der Römerzeit bis heute bietet. Und über allem wacht Cecil, der bunte Hessenlöwe.

von Carsten Beckmann

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