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Im Radio läuft viel mehr als nur Musik

Radioprojekt mit Kindern Im Radio läuft viel mehr als nur Musik

14 Schüler der Montessori-Schule Marburg nahmen am gemeinsamen Radio-Projekt von Radio Unerhört (RUM) und dem Medienpädagogikverein Blickwechsel teil.

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Montessori-Schüler, die in der Ketzerbach Passanten Quizfragen für ihren Sendebeitrag stellen, treffen auf den Linken-Stadtverordneten Henning Köster.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. In einer medialen Welt nutzen die meisten Menschen Handys, das Internet, TV und Radio und konsumieren dabei ständig (un)bewusst Massen an Informationen und Medien. Damit gerade Kinder bewusster mit Medien umgehen, im Speziellen mit dem Medium Radio, gibt es das Projekt „Radio ist mehr als Musik“, das neben der Montessori-Schule unter anderem auch die Erich-Kästner-Schule in Cappel und die Kirchhainer Grundschule in Kooperation mit dem freien Radiosender anbieten.

„Im Alltag haben viele der Kinder keinen wirklichen Kontakt zum Radio, hören es eher nur nebenbei“, erläutert Nora Strehlitz von RUM und Blickwechsel. Die Kinder sollen durch das Projekt das Radio als vielseitiges Medium bewusster wahrnehmen. „Wenn sie selbst etwas gestalten können und mit ihren Stimmen experimentieren, haben sie einen besseren Draht zum Radio“, sagt Strehlitz.

Außerdem bekommen sie, so die RUM-Mitarbeiterin, ein besseres Gefühl für Technik, weil sie den richtigen Umgang mit Aufnahmegeräten erlernen und mit Schneideprogrammen am Computer ihre „Produktionen“ selbst erstellen. „Ich fand es voll cool, dass man Sätze so schneiden kann, dass am Ende was anderes rauskommt“, erzählt ein Junge begeistert. „Ich mag keine Spaghetti-Bolognese“ kam bei einem geschnittenen Beitrag heraus, dabei mochte der Junge dieses Essen.

Radioprojekt regt Kreativität der Kinder an

In Zusammenarbeit mit dem Göttinger Medien- und Kulturpädagogik-Verein Blickwechsel wird den Schülern kostenlos ermöglicht, ein eigenes Medienprodukt zu erschaffen, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Verwirklicht wird das Projekt von Strehlitz, Niclas Schubert, Betreuer an der Montessori-Schule und Erziehungswissenschaftsstudent sowie Lisa Wesselkamp, angehende Latein- und Englischlehrerin und ebenfalls Betreuerin, sowie weiteren Helfern. Den Kleinen zeigen sie auch, dass im Radio viel mehr als nur Musik läuft.

Für Radio Unerhört ist es das erste Projekt mit der Montessori-Schule. Finanziert wird das pro Einrichtung 200 Euro teure Projekt aus Mitteln der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien.

„Hellauf begeistert hatten uns die Schüler immer wieder gefragt, wann das nächste Treffen für das Projekt ist“, sagt Schubert. So entwickelten die Kinder, Feuer und Flamme für die Sache, nach und nach eigene Ideen für Projekte.

Manche überlegten sich ihre eigene Werbung, manche dachten sich Quizfragen aus und schnappten sich in den vergangenen Wochen des Öfteren ein Mikrofon und ein Aufnahmegerät, um Fußgänger in der Stadt zu testen und dabei manchmal auch kalt zu erwischen, weil sie zum Beispiel die Hauptstadt eines bestimmten Landes nicht kannten.

„Für welchen Tänzer wäre ein falscher Schritt gefährlich?“ fragte eine Quiz-Gruppe Passanten in der Ketzerbach, darunter auch durch Zufall den Stadtverordneten Henning Köster-Sollwedel (Marburger Linke). Er wusste die Antwort gleich: „Ein  Seiltänzer.“ Zugegeben, eine der leichteren Fragen, aber die Kinder wollten es den Passanten nicht allzu schwermachen.

Vieles ist neu für die Montessori-Schüler, zum Beispiel dass sie ein Mikro nah an den Mund halten müssen, damit alles deutlich zu verstehen ist. Oder dass Geräusche wie das Klacken  von Hufen auf einem Kopfsteinpflaster für Hörspiele simuliert werden können, dabei aber immer noch echt klingen.

In einem Hörspiel geht es darum, dass ein Reporter in den USA durch eine Zeitmaschine die Möglichkeit bekommt, Dinosaurier zu interviewen. Doch die Dinos gelangen in die heutige Welt und machen Jagd auf die Menschen.

von Yannic Bakhtari

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