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Im Juli steigt die große 70er-Party

40 Jahre Landkreis Im Juli steigt die große 70er-Party

Die Telefone hatten eine Wählscheibe, die Fotos kamen aus der Polaroid-Kamera und die Klamotten konnten gar nicht wild genug gemustert sein. So war das 1974 - das Jahr, in dem der Landkreis entstand.

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Voll im 70er-Fieber mit Leihgaben von Bürgern aus dem Landkreis: das Organisations-Team für den Tag der offenen Tür mit (von links) Gabriele Heister, Dr. Markus Morr, Jochen Koenemann, Christina Mann-Jarsch, Landrätin Kirsten Fründt, Silke Achenbach und Heinz Felgenhauer.

Quelle: Carina Becker

Marburg. Das Fest, dass der Landkreis zum 40-Jährigen Bestehen am Samstag, 5. Juli von 10 bis 16 Uhr in und am Landratsamt feiern will, soll ganz im Zeichen des „Geburtsjahres“ stehen. Der Tag der offenen Tür wird eine große 70er-Jahre-Schau.

Das Vorbereitungsteam aus Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen beim Landkreis ist schon voll drin im 70er-Jahre-Fieber: Zum Pressegespräch erscheinen alle stilecht mit Kleidungsstücken aus jener Zeit. Gegenstände wie eine geblümte Vase, ein besticktes Lämpchen und ein knallroter Kinderwagen mit „Mickey Mouse“-Stoff ausgeschlagen, die Limo von „Sinalco“ und die „Africola“ auf dem Tisch erinnern an die eigene Kindheit oder Jugendzeit.

Von den Getränken abgesehen sind all diese Sachen sind Leihgaben von Bürgern aus Marburg-Biedenkopf. Der Aufruf des Landkreises, solche Dinge für die Feier zur Verfügung zu stellen, war ein großer Erfolg. „Wir haben mehr als 200 Einzelstücke bekommen“, berichtet Silke Achenbach, Mitarbeiterin im Fachdienst Presse- und Kulturarbeit, „damit konnten wir 41 vollständige Outfits zusammenstellen.“

Landrätin Kirsten Fründt mit orange-brauner Stola und mit einer 40 Jahre alten Ausgabe der „Brigitte“ unterm Arm ist glücklich, dass es geklappt hat, einen solchen Tag der offenen Tür auf die Beine zu stellen. Diese Idee hatte sie schon zu Beginn ihrer Amtszeit, „und ich war super positiv überrascht, wie viele innovative Vorschläge aus der Verwaltung gekommen sind“, sagt sie. Das Organisations-Team habe alle Ideen gebündelt und zu den Programmpunkten zusammengeführt, die die Besucher am 5. Juli erleben können. Dabei gibt‘s drei große Themenblöcke: Die Kreisverwaltung öffnet sich den Besuchern - es gibt Führungen durchs Landratsamt, Erläuterungen zur Arbeit des Kreistags, die Fachabteilungen stehen für Fragen zur Verfügung und die Zulassungsstelle hat bis 16 Uhr geöffnet. Zweiter Themenblock: Die 70er rücken in den Mittelpunkt, die Fachabteilungen greifen diesen Schwerpunkt auf, so etwa das Kreisjobcenter, das Bewerbungsgespräche früher und heute in kleinen Theaterstücken präsentiert. Den dritten Themenblock bilden viele Mitmachaktionen rund ums Landratsamt, so etwa ein Quiz mit zehn Fragen zum Landkreis, bei dem die Besucher unter anderem Reisen und Cabrios für ein Wochenende gewinnen können.

Mit original 70er-Jahre-Kleidungsstücken wartet der Landkreis während einer Modenschau auf. Um 11 Uhr, 12.30 Uhr und 14 Uhr laufen Schüler der Adolf-Reichwein-Schule Marburg als Models über den Laufsteg im Kreistagssitzungssaal. Die angehenden Friseure und Friseurinnen haben die Verantwortung für die Modenschau übernommen, unterstützen den Landkreis an diesem Tag, in dem sie nicht nur die Models stellen, sondern diese auch schminken, frisieren und einkleiden.

1974 geboren? Der Landkreis bietet Extras

Jochen Koenemann, Leiter der Zulassungsstelle, berichtet, dass im Landkreis noch 40 Fahrzeuge laufen, deren Jahr der Erstzulassung 1974 ist. „Wir haben alle angeschrieben, 19 haben zugesagt.“ Die Fahrzeugbesitzer kommen zum Tag der offenen Tür ans Landratsamt. Nach einer Sternfahrt mit ihren Oldtimern, darunter VW Käfer, Porsche, Mercedes, Audi, Mustang, Alfa Romeo und sogar ein Excalibur aus den USA sowie einige alte Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr, können die Besucher die Fahrzeuge vor der Zulassungsstelle bewundern. „Wir bieten an diesem Tag noch etwas Besonderes für alle, die 1974 geboren sind: Wir lassen ihre Fahrzeuge an diesem Tag kostenlos zu, die Verwaltungsgebühr entfällt“, kündigt Koenemann an und verspricht außerdem, dass alle Geburtstagskinder des Jahrs 1974 an diesem Tag ihre alten rosafarbenen oder grauen Führerschein kostenlos in solche Exemplare im Checkkartenformat eintauschen lassen können.

Die Verkehrswacht ist mit einem Überschlagssimulator zu Gast und bietet einen Promille-Kurs, den Autofahrer mit einer speziellen Brille ausprobieren können, um festzustellen, wie fahrtüchtig sie nach ein oder zwei Gläsern Bier noch sind. Wer es wagt, kann sich beim TÜV Hessen an einer theoretischen Führerscheinprüfung versuchen, um das eigene Autofahrerwissen kritisch zu hinterfragen. Die landkreiseigene Gesellschaft Integral, die im Kreishaus die Kantine betreibt, bietet den Besuchern Eissorten aus dem Jahr 1974 an und bereitet über offenem Feuer eine Paella zu, ein spanisches Reisgericht aus der Pfanne. Die Bäckerinnung backt einen riesigen Erdbeerkuchen in Form des Landkreises - wie groß genau das Backwerk werden soll, bleibt noch geheim. Damms Hof aus Rauschenberg verkauft selbstgemachtes Bauernhofeis, die Fleischerinnung brutzelt orginal grobe hessische Bratwurst.

Parken können die Besucher am Tag der offenen Tür zwar nicht auf dem Parkplatz des Landratsamts, doch in der Nachbarschaft. Die Besucher werden zu freien Flächen wie beim Kreisjobcenter oder bei der Polizei gelotst.

von Carina Becker

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