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Im Herbst geht es ans Eingemachte

Kirchenkreis Kirchhain Im Herbst geht es ans Eingemachte

Die Frühjahrssynode des Kirchenkreis Kirchhain beschäftigte sich mit den aktuellen Problemen der Kirche: Es gibt viele Quadratmeter in den eigenen Gebäuden, aber zu wenige Kirchenmitglieder. Der Gebäudebedarfsplan soll Kosten senken helfen.

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Die Mitglieder der Synode des Kirchenkreises Kirchhain diskutierten unter anderem über den Gebäudebedarfsplan.Foto: Klaus Böttcher

Kirchhain. Emmi Frenzl, Vorsitzende des Vorstandes des Kirchenkreises Kirchhain, leitete die Synode im Kirchhainer Gemeindezentrum. Sie erklärte, dass nach der abgeschlossenen Fusion der Kirchenkreise jetzt der Gebäudebedarfsplan im Mittelpunkt stehe.

Zur Vakanz des Dekans teilte sie der Synode mit, dass der neue Dekan Pfarrer Hermann Köhler im Juni das Amt übernehme. Ihn vertritt derzeit Wilhelm Hammann, der Pfarrer in Goßfelden und Sarnau ist.

Als Gast von der Landeskirche war der Probst Helmut Wöllenstein nach Kirchhain gekommen. „Was ist eine Synode oder ein neuer Dekan gegen einen neuen Papst“, sagte er und ergänzte, dass die evangelische Kirche keine Galionsfigur habe, sondern eine Demokratie. „Sie als Synode sind ein Leitungsorgan“, stellte er heraus und rief dazu auf, dass alle bei der Kirchenwahl dabei bleiben sollten: „Wir brauchen ein Stück Kontinuität.“

Helmut Orthwein, Vorsitzender des Bauausschusses des Kirchenkreises, erläuterte den vom Ausschuss erarbeiteten Gebäudebedarfsplan für Gemeindehäuser und Gemeinderäume. Es gehe nicht um Kirchen oder Pfarrhäuser, sondern um Gemeindehäuser und Gemeinderäume, stellte er klar. „Die Bedarfsplanung hat das Ziel, die Vorhaltung von gemeindlichen Räumen sicherzustellen und mit den gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen“, erläuterte Orthwein. „Dazu ist es erforderlich, dass Gebäude konzentriert, deren Nutzung optimiert und die Unterhaltung und Bewirtschaftung gesichert werden.“

In der Kirche von Kurhessen-Waldeck gebe es zu viele Gebäude, die zu hohe Kosten verursachen. Deshalb gibt es das Finanzzuweisungsgesetz. Bei der Flächenberechnung wird pro ­1 700 Gemeindegliedern mit 200 Quadratmeter Fläche gerechnet. Im Kirchenkreis Kirchhain gibt es mit Stand vom 31.12.201242482 Gemeindeglieder, was einen berechtigten Bedarf von 4998 Quadratmeter Fläche bedeutet. Tatsächlich sind es 8062, also ein Überschuss von 3064 Quadratmetern. Es gibt Gemeinden, die zu viel Raum nach diesem Schlüssel haben, aber auch Gemeinden, die demnach „zu wenig“ haben. Der Bauausschuss hat aufgrund der vorhandenen Flächen einen Gebäudebedarfsplan entworfen, der von der Allgemeinheit der Synode gelobt wurde. „Der Vorschlag ist ausgesprochen gangbar, denn es heißt nicht: Schließt eure Gemeindehäuser“, lobte Pfarrer Till Anders Follmann. Der ausgeklügelte Vorschlag mit der Mittelzuweisung sei ein guter Weg.

Der stellvertretende Dekan Wilhelm Hammann meinte: „Es kann den Gemeinden nicht befohlen werden, schließt eure Gemeindehäuser, sondern die Mittelzuweisungen sollen gerecht verteilt werden.“ Im Herbst soll die Entscheidung fallen, an welcher Stelle man sich von den Zuweisungen verabschieden müsse. Es könne auch neue Finanzierungsmöglichkeiten geben, zeigte er einen anderen Weg auf. Die Synode fasste mit großer Mehrheit den Beschluss, dass der Gebäudebedarfsplan nach den vorgelegten Kriterien bis zur Herbstsynode erarbeitet werden soll.

Heinrich Trier berichtet den 70 Mitgliedern der Synode von der 12. Landessynode der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Ein Schwerpunkt der mehrtägigen Zusammenkunft sei die Fusion der Diakonischen Werke in Hessen gewesen. „Zukünftig wird die hessische Diakonie in der Sozialpolitik mit einer Stimme sprechen.“

Ein Zukunftsausschuss beschäftigt sich aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen in der Kirche und dem damit verbundenen geringeren Haushaltsvolumen mit möglichen Einsparungen. Die Ergebnisse sollen bei der demnächst stattfindenden Frühjahrssynode vorgestellt werden.

Hanna Jung (Foto: Böttcher), die langjährige Leiterin des Diakonischen Werk Oberhessen wird demnächst in den Ruhestand gehen. Sie verabschiedete sich nach 23 erfüllten Arbeitsjahren beim Diakonischen Werk persönlich von der Synode.

von Klaus Böttcher

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