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Im Dialog über den Nahostkonflikt

Internationale Sommeruniversität Im Dialog über den Nahostkonflikt

Die Geschehnisse in Israel und Palästina beschäftigen zurzeit die ganze Welt. Die Internationale Sommeruniversität in Marburg (ISU) bemüht sich, gerade dieses Thema kommunikativ mit Studierenden aus aller Welt aufzuarbeiten.

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Im Max-Kade-Zentrum des Studentendorfes wurden die Teilnehmer der Internationalen Sommeruniversität begrüßt.

Quelle: Leonie Ruhland

Marburg. Innerhalb von vier Wochen beschäftigen sich die Stipendiaten durch Dialog, Diskussion und internationalem Austausch damit, was es heißt, im Mittleren Osten zu leben, wie die Geschichte aussieht, wie sich die Politik veränderte und vor allem, worum es in dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern überhaupt geht. Privatdozent Dr. Johannes M. Becker, Geschäftsführer des Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung Marburg (FuK), und Dr. Leslie Tramontini, Geschäftsführerin des Zentrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS), sind die wissenschaftlichen Direktoren des Programms. Obwohl die ISU seit insgesamt 16 Jahren besteht, kommt die Leitung auf Hinsicht des Nahost-Themas nun seit fünf Jahren von diesen beiden Zentren.

Es gehe dabei um die Lehre des Nahen Osten aus europäischer Sicht, so Becker. Und das nicht lediglich aufgrund aktueller Ausschreitungen, sondern um ein generelles Wissen über die Situation zu schaffen. Vor fünf Jahren habe nämlich noch niemand von einem „arabischen Frühling“ gesprochen. „Wir versuchen, die Dynamik unserer Zentren ebenso zu nutzen wie unsere jeweiligen Verbindungen zu vielen Universitäten und intellektuellen Instituten“, berichtet Becker. So haben die Studierenden dieses Jahr zum Beispiel die Möglichkeit auf einen Dialog mit einer Wissenschaftlerin aus Ägypten oder dem deutschen UN-Diplomaten Dr. Hans-Christof von Sponeck.

40 Studierende aus aller Welt sind zur Eröffnungszeremonie am Montagabend im Max-Kade-Zentrum des Studentendorfs Marburg angereist. Besonders pfiffig ist die seit drei Jahren arrangierte Einbindung von insgesamt zehn Marburger Studierenden, die ebenfalls ein Stipendium erhielten. „Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass die internationalen Besucher ganz schnell Fuß fassen können“, erklärt Becker. Damit könne man der Gefahr einer Isolation aus dem Weg gehen. Außerdem seien die Studierenden natürlich auch in Marburg, um Deutsch und „deutsche Universitätskultur“ zu lernen.

Exkursionen und Sprachkurse

Bei einigen war es sogar die Sprache selbst, die sie auf das Programm ISU gebracht hat. Die Iranerin Marzieh Eskandari zum Beispiel, die zurzeit in Kanada studiert, erzählt von ihrer Deutschlehrerin, die ihr ISU ans Herz gelegt hatte. Und Aaron Cols aus den USA wollte schon immer mal zurück in das Land, in dem er als Kind kurzzeitig gelebt hat. „Ich kann es nicht erwarten, mehr über die Welt und die internationalen Angelegenheiten zu lernen“, sagt er voll Vorfreude noch auf Englisch. Er will mehr über den Mittleren Osten lernen, was gerade geschieht und wie man Bewegungen und Aktionen ausbauen kann, die inzwischen entstanden sind.

Neben Kursen über den Nahen Osten werden in den kommenden Wochen aber auch Deutsch-, Türkisch- und Arabischkurse angeboten ebenso wie Seminare über die EU, und besonders interessant sollen die Exkursionen sein, die nach Kassel, Straßburg und Frankfurt führen werden.

Bis zum 16. August sind die Studierenden aus unter anderem Australien, der Ukraine, Tunesien, Mexiko oder Israel zu Besuch in Marburg. Vor ihnen liegen ein paar spannende und erfahrungsreiche Wochen. Und bei der Eröffnungszeremonie legt ihnen Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) noch ans Herz: „Neben dem Studieren bleibt auch ausreichend Zeit, die Geheimnisse Marburgs kennenzulernen. Und vielleicht hinterlassen Sie auch das ein oder andere Geheimnis.“

von Leonie Ruhland

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