Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Ideen für barrierefreie Stadt

OB-Wahl Ideen für barrierefreie Stadt

Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner war im CDU-Wahltreff bei einer Veranstaltung von OB-Kandidat Dirk Bamberger zu Gast.

Voriger Artikel
Marburg will bei Umzug Vielfalt zeigen
Nächster Artikel
Kontroverse um Kreisverkehr

CDU-OB-Kandidat Dirk Bamberger (rechts) und der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (links) diskutierten mit hör- und sehgeschädigten Menschen. Dolmetschern Peer Liedtke übersetzte in die Gebärdensprache.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Vor 20 gehör- und sehbehinderten Bürgern hat OB-Kandidat Dirk Bamberger im Wahltreff der CDU in der Reitgasse seinen „Marburg-Plan“, Ideen für eine barrierefreie Stadt, vorgestellt. Barrierefreiheit - das bedeute nicht nur einen freien Zugang zur Stadt für Rollstuhlfahrer, sondern gleichfalls eine bessere Orientierung für Sehbehinderte wie auch „einen offenen Zugang zur Stadtverwaltung für Hörgeschädigte und einen Abbau von kommunikativen Barrieren“, betonte Bamberger.

Rund 120 Gehörlose leben derzeit in Marburg, 80 davon alleine in der Kernstadt, schätzt Bamberger. Kontakt zu Gehörlosen gehört für ihn schon seit seiner Geburt zum Alltag, beide Eltern sind gehörlos, die Gebärdensprache geht ihm locker von der Hand. Vielen Hörgeschädigten aus Marburg ist er daher bereits gut bekannt.

Als besonderer Schwerpunkt liegt Bamberger die Förderung der Marburger Schulen am Herzen, insbesondere der Ausbau von Einrichtungen für Kinder mit Behinderung. Gegen alle Kritik sei ihm dieses Thema wichtiger als etwa die Errichtung eines soziokulturellen Zentrums. Per zustimmendem Winken mit erhobenen Händen - das Klatschen der Gehörlosen - honorierten die Anwesenden die Wahlkampfrede des OB-Kandidaten.

Zu Bambergers Unterstützung reiste auch der hessische Sozialminister Stefan Grüttner an. Eine barrierefreie, zugängliche Stadt sei ein Grundbedürfnis nach Teilhabe, dass alle Menschen betreffe, „egal welche Menschen“, betonte der Minister. Hessen verfüge derzeit über zehn Städte und Landkreise, die sich verstärkt mit dem Thema beschäftigen.

Dazu zählt auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Er bildet gemeinsam mit der Universitätsstadt seit einigen Wochen eine Modellregion, die sich dem Auf- und Ausbau von außerschulischen Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung widmet. Das Ziel ist ein „gleichberechtigtes, inklusives Miteinander“.

Grüttner lobte auch das neue Wahlkampf-Hörbuch des OB-Kandidaten. Es sei wichtig auch politische Programme für jedermann zugänglich zu gestalten, „Teilhabe bedeutet auch Teilnahme an der politischen Willensbildung“, sagte Grüttner.

Als neues Wahlkampfmedium präsentierte Bamberger die vertonte Version seines Wahlprogramms. Auf diesem wird sein „Marburg-Plan“ verständlich und akzentuiert vorgelesen, „um sehbehinderten Menschen eine bessere politische Beteiligung zu ermöglichen“.

Erhältlich ist die kostenlose CD an allen CDU-Wahlständen in der Stadt, der Kreisgeschäftsstelle sowie im Wahltreff in der Oberstadt, Reitgasse 13 bis 15.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr