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Hunderte strömen zum Ketzerbachfest

Volksfest Hunderte strömen zum Ketzerbachfest

Megaparty entlang des Wasserbands: Fünf Stunden lang feiern etwa 1000 Besucher vor der Bühne zu modernen Schlager- und Popsongs. Das Ziel des Ketzerbachfests: Nachbarn und Gäste zusammenführen.

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Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Nordstädter brauchten eine Weile, bis die Partywelle sie mitriss, doch dann tanzten sie Jive und Disco Fox vor der Bühne: Das Ketzerbachfest 2013, die 154. Auflage der Straßenfeier, vereinte Hunderte Marburger und ihre Gäste zu einer ausgelassenen Menge.

„Das hier ist noch ein klassisches Nachbarschafts- und Familienfest ohne viel Schnickschnack drumherum“, sagt Reinhold Schick (53). Getränke, Bratwurst, Lieder zum Mitsingen: „Mehr braucht‘s nicht.“

Abkühlung in den Abendstunde

Im Mittelpunkt stand für viele das Miteinander in der Nachbarschaft. „Normalerweise sieht man sich sporadisch, grüßt denjenigen von gegenüber mal höflich. Jetzt sitzt man hier zusammen, tauscht sich aus - das schätze ich an diesem Fest, gerade bei der Fluktuation der Studenten, die hier so herrscht“, sagt Gerhard Winkler. Der 66-Jährige wohnt seit fünf Jahrzehnten in der unteren Marbach, ihn zieht es jedes Jahr auf den Party-Boulevard. „Gemütlicher war es, als bis vor einigen Jahren die Bäume noch standen, die Ketzerbach diesen Alleencharakter hatte. Da war das Ganze familiärer“, sagt er. Die Mischung aus Alteingesessenen und jungen Leuten sei es, die das Ketzerbachfest prägen und dessen Reiz ausmachen, erläutert Hanno Nickel (60).

Durch die Kaskaden des Wasserbands stapften Kinder, mancher Besucher ließ Hände oder Füße im Wasser baumeln - Abkühlung tat gerade in den frühen Abendstunden gut. „Ich habe Schulferien und mag es, dass so viele Menschen hier sind und Musik gespielt wird“ sagt Mia (7), die im Wasser plantschte.

Andere feierten die ­Party aus der Vogelperspektive. Die Bewohner einer WG oberhalb eines Massagestudios ­ergatterten unverhoffte Edelplätze. Sie lauschten auf ihrer Dachterrasse entspannt den Songs der Band Mr. Starlight. Die vier Gießener spielten alte Schlager und Popsongs. Stundenlang gab Sängerin Bine stimmlich Vollgas - zusammen mit ihren Musikerkollegen Dani, Jony und Börni taute sie mit Pop-Hits den Feierwillen der Besucher auf. Der Lohn: Auf zwei zurückhaltende folgten drei wilde Tanzstunden. Organisator Detlef Scharlau schaute vergnügt zu und war zufrieden, dass die Teilsperrung der Straße zu keinen Problemen führte.

von Björn Wisker

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