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Hunderte staunen über Glitzer-Steine

Mineralienbörse Hunderte staunen über Glitzer-Steine

Strahlende Schätze aus der Erde. Farbenprächtig, glitzernd und abwechslungsreich präsentierte sich am Sonntag die 35. Fossilien- und Mineralienbörse in Cappel. Rund 1000 Besucher strömten zur Schau.

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In das Cappeler Bürgerhaus kamen am Sonntag etwa 1000
Besucher um eine Menge Fossilien und Mineralien bestaunen zu können. Vor allem die sogenannten Drusen haben es Sammlern angetan.Fotos: Ina Tannert

Cappel. Mineralienfreunde kamen voll auf ihre Kosten. Für einen Tag verwandelte sich am Sonntag das Bürgerhaus in Cappel in einen funkelnden Edelstein-Traum. An zahlreichen Ständen präsentierten rund 40 Aussteller ihre farbenfrohen und auf Hochglanz polierten Schätze. Tausende Fossilien und Minerale in allen Farben und Formen füllten die langen Tischreihen. Violette Amethyste, Achate, weiße Bergkristalle und seltenes Silber aus dem Erzgebirge wechselten sich mit hellem Charoit, Tektit oder schweren Meteoriten-Brocken ab. Die Stücke stammten aus der ganzen Welt, teilweise aus dem Weltraum. Auch zahlreiche glänzende Stücke versteinertes Holz und über 30 Millionen Jahre alter Bernstein, häufig mit eingeschlossenen Insekten, waren vertreten.

Veranstaltet wurde die Börse von den Mineralienexperten Doktor Frank Wierich und Gerd Kerkhey. Rund 1000 Besucher strömten an diesem Tag nach Cappel, um Steine zu kaufen, zu tauschen, mit Kollegen zu fachsimpeln oder einfach nur die bunte Vielfalt zu bewundern. Überall sah man Mineralfans mit kleinen Lupen über die Stände gebeugt um fachgerecht die Stücke zu prüfen. Als professioneller Sammler braucht es viel Geduld und eine große Portion Glück, erklärte Gerd Kerkhey. In Steinbrüchen, in Gebirgen und anderen großflächigen Steingebieten gehen die Sammler auf die Jagd. Ausgerüstet mit Pickel, Hammer und Brechstange suchen sie nach mineralischen Vorkommen. Dies erfordert ein gutes Auge und viel Wissen und Erfahrung. „Es steckt viel Arbeit darin, ist aber spannend wie eine Schatzsuche“, sagte der Experte. Erfolg hat man selten.

Fossilien sind in Deutschland sehr selten

Etwa hundertmal im Jahr begibt er sich selber auf die Suche, mit Glück entdeckt er etwa zwei mal davon ein schönes Fossil oder Mineral. Fossilien sind in Deutschland besonders selten zu finden, da es nur wenig Kalksteingebiete gibt. Doch wenn ein Sammler schließlich Erfolg hat, ist die Freude riesengroß, Glückshormone werden ausgeschüttet: „das ist wie Schokolade essen“, erklärten die Experten. Ein besonderes Schmankerl für jeden Sammler bedeutet zudem der Fund oder Erwerb einer sogenannten Druse, ein mit Kristallansammlungen gefüllter Hohlraum im Gestein. In der Regel sind Drusen kugelförmig und vollständig von Stein umschlossen. Erst wenn diese in zwei Hälften gebrochen wird, zeigt sich Art und Form des kristallinen Inhalts. Dieser Prozess ist besonders spannend, die Überraschung oft groß. „Drusen sind die Überraschungseier der Mineraliensammler“, erklärten die Aussteller schmunzelnd.

Auch dass mineralogische Museum der Philipps-Universität Marburg stellte einen Teil seines Bestandes auf der Börse aus. In diesem Jahr zu dem Landesthema Namibia. Neben farbenfrohen Topasen und Aquamarinen zeigte das Museum grünen Malachit oder Azurit aus dem namibischen Tsumeb, einer der größten mineralischen Fundstellen weltweit. Es gibt zehn verschiedene Gruppen von Mineralien, erklärte Museumsleiter Peter Masberg den Besuchern. Bestimmt nach ihrer chemischen Zusammensetzung werden diese in Kategorien wie Elemente, Oxyde, Karbonate, Phosphate oder Silikate aufgeteilt. Insgesamt gibt es rund 4500 verschiedene Mineralien.

von Ina Tannert

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