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Hunde lernen: Fressbares liegen lassen!

Anti-Giftköder-Training Hunde lernen: Fressbares liegen lassen!

Rasierklingen oder Nägel in Giftködern - Tierhasser schrecken scheinbar vor nichts zurück. Mit einem speziellen Training bietet die Hundeschule Lahntal jetzt Schutz für die Tiere.

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Im Unterricht von Hundetrainerin Judith Dresselmann (links) ging es darum, wie Hundehalter ihre Tiere vor Giftködern schützen können.

Quelle: Michael Hahn

Betziesdorf. Immer wieder hört man in den Medien oder in den sozialen Netzwerken von ausgelegten Giftködern oder Ködern, die mit Nägeln oder Rasierklingen durchsetzt wurden. So warnte erst im Mai die Stadt Wetter vor Funden von Giftködern im Stadtteil Unterrosphe. Ungezählte Tierleben haben Tierhasser dadurch auf dem Gewissen.

Um Hunde vor diesen Ködern zu schützen bietet die Hundeschule im Lahntal ein Anti-Giftköder-Training an. In fünf einstündigen Kursen, die wöchentlich samstags stattfinden, lehrt die zertifizierte Hundetrainerin Judith Dresselmann Hundehaltern und Hunden das richtige Verhalten, um die Aufnahme von Giftködern in freier Natur zu vermeiden.

Es gehe darum, dem Hund ein Abbruchsignal beizubringen und ihn auch in der Ferne zu kontrollieren, damit dieser nicht ungesehen Essen aufnehmen könne, führt Dresselmann aus.

Auch das Auftreten des Hundeführers oder der Hundeführerin werde trainiert, um immer die Oberhand über den Vierbeiner zu behalten und ihm seine Grenzen zu zeigen. Das Training werde dabei kontinuierlich erweitert, von Woche zu Woche. Hundehalter müssten Herrschaft und Durchsetzungsvermögen gegenüber ihrem Hund erlernen, sagt Dresselmann.

Das Stoppsignal bringe man den Hunden mithilfe einer Schluppleine bei, die von Trainingseinheit zu Trainingseinheit länger werde.

Letzte Lektion: Gehorchen auch ohne Leine

Am Ende werde ganz auf die Leine verzichtet. Dabei könne jeder Hund individuell nach seinem Erziehungs- und Lernstand betreut werden, betont Dresselmann. Es gebe jedoch keine Garantie für den Erfolg des Trainings, gesteht sie ein, vor allem bei älteren oder schlecht erzogenen Hunden. Im Anti-Giftköder-Kurs gehe es aber noch um viel mehr: „Körpersprache, Mensch-Hund-Beziehung, Akzeptanz, Respekt, Grundgehorsam, Aufmerksamkeit.“

„Man muss am Ball bleiben, um auch nach Ende des Trainings die Kontrolle über den Hund behalten zu können“, sagt die Expertin. Man dürfe den Tieren nicht erlauben, in sicherer Umgebung alles zu fressen und es dann auf einmal verbieten - der Hundehalter solle eine konsequente Linie verfolgen. „Der Hund muss wissen, wann er essen darf“, betont Dresselmann.

In dem Training werden auch Beschäftigungsalternativen für Spaziergänge vermittelt. Man solle den Hund nicht nur ableinen, sondern so beschäftigen, dass er bei einem bleibe. Das Training bereite außerdem auf den Ernstfall vor und gebe Soforthilfemaßnahmen und Verhaltenstipps mit auf den Weg, falls es doch einmal zum Verzehr eines Giftköders komme.

Damit die Hunde das Training nicht nur mit einem Ort assoziieren und das Gelernte an einem anderen möglicherweise wieder vergäßen, werde jede Trainingseinheit auf einem anderen Platz vollzogen, erklärt Dresselmann. Unter anderem in Betziesdorf, Wehrda und Sterzhausen üben Hunde und Herrchen miteinander. Als letzte Einheit stehe ein Übungsspaziergang auf dem Trainingsplan, währenddessen die Trainerin Köder verstecke.

Eine erfreulich hohe Zahl der teilnehmenden Hunde vermeide diese Köder, obwohl sie diese zu Beginn des Trainings ohne weiteres verzehrt hätten.

Der Erfolg eines jeden Trainings hänge aber stark davon ab, wie intensiv man privat mit dem Hund übe, resümiert die Trainerin.

von Michael Hahn

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