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Hühnchen-Frau trotzt dem Glut-Grill

"Marburgs heißeste Orte", Teil 4 Hühnchen-Frau trotzt dem Glut-Grill

Schwitzen am Spieß: Karin Hamacher arbeitet an einem der heißesten Orte Marburgs – vor einem Grill in einem Foodtruck in Cappel. Dort verkauft sie den Kunden stundenlang Hähnchen und Spießbratenbrötchen.

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Heiß, heißer, Foodtruck: Karin Hamacher steht donnerstags und freitags stundenlang vor einem Supermarkt in der Temmlerstraße und verkauft Grillhähnchen. Temperaturen jenseits der 40 Grad sind im Sommer im Truck normal.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Der Blick auf das kleine Thermometer im Verkaufswagen lässt Karin Hamacher gestern aufatmen. „Nur 31 Grad hier drin, das ist ja mal locker verkraftbar“, sagt die 50-Jährige.

Während draußen vor dem Foodtruck die Kunden Hähnchen, Schenkel oder Spießbratenbrötchen bestellen, Hamacher bei ihrer Akkordarbeit am Grill beobachten, wallt in ihr die Hitze. „An richtig heißen Tagen sind es hier direkt im Wagen schon mal weit über 40 Grad“, sagt sie. Während der Rekordtemperaturen in diesen Sommerwochen habe das Thermometer durchgehend 43 Grad angezeigt. „An solchen Tagen wünscht man sich dann ganz schnell den Winter herbei“, sagt sie.

Jeden Donnerstag und Freitag steht ihr Foodtruck in der Temmlerstraße. Und seit neun Jahren fährt Hamacher einen von mehreren Grillwagen der „Westerwälder Hähnchenbraterei“, die vor allem in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen unterwegs sind. „Dass ich damals zu diesem Job kam, war wirklich reiner Zufall.“ Sie sei arbeitslos gewesen, wollte „endlich wieder eine Arbeitsstelle“ und habe „einfach auf gut Glück die Bewerbung geschrieben“ – eine Weile später fuhr sie ihre erste Tour. „Als Frau in einem Grillwagen, das sieht man glaube ich nicht so oft.“

Bevor ihr Marburger Dienst an den mehrere Kilogramm schweren Hähnchenspießen beginnt, fährt sie aus Rheinland-Pfalz nach Mittelhessen – und am Freitagabend geht es zurück.

Trotz der Sommer-Strapazen mache ihr der Servicejob Spaß. „Vor allem Stammgäste erkundigen sich schon mal danach, wie es mir hier drin geht.“ Auch nach all den Jahren brauche sie nach wie vor zumindest einmal pro Woche ein Hähnchen. „Das schmeckt mir nämlich wirklich immer noch sehr gut. Esse ich keines fehlt mir was.“ Im Vergleich zu den Sommermonaten sei der Winter „fast schon so was wie eine Zeit zum Regenerieren“.

Hintergrund zum Thema:

  • Das direkte Grillen: Das Grillgut wird unmittelbar über der Hitzequelle platziert. Die Temperaturen erreichen bis zu 260 Grad.
  • Das indirekte Grillen: Das Grillgut wird in einem geschlossenen Grill gegart und befindet sich dabei entweder neben oder seitlich versetzt oberhalb der Hitzequelle. Die Temperaturen liegen zwischen 130 und 220 Grad.
  • Das Barbecue-Smoking: Das Grillgut wird in heißem Rauch gegart. Temperatur: 90 bis maximal 130 Grad. Vor allem in den USA ist die Methode beliebt.

von Björn Wisker

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