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Hospiz öffnet für einen Tag die Räume

Neueröffnung Hospiz öffnet für einen Tag die Räume

Am 4. Dezember steht der Umzug an: Das St.-Elisabeth-Hospiz gibt seinen Standort am Rotenberg auf. Das neue Haus befindet sich auf dem Vitos-­Gelände in der Cappeler Straße.

Marburg. Auch wenn sich der Förderverein, der seit Jahren viel Zeit und Geld investiert hat, auf das neue Gebäude freut: Der Umzug vom Rotenberg in eine umgebaute Jugendstil-Villa auf dem Gelände der Vitos-Kliniken in der Cappeler Straße wird eine schwierige, sensible Angelegenheit sein. Schließlich sind die Gäste - so werden die Bewohner des Hospizes genannt - sterbenskrank. Das Hospiz hat sich auf diese Situation vorbereitet: Die Johanniter werden am 4. Dezember die Bewohner mit Einsatzwagen transportieren. „Und wer nicht transportfähig ist, muss nicht umziehen. Wir stellen uns darauf ein, dass bei Bedarf beide Standorte aufrecht erhalten werden“, sagt Stefan Neubauer vom Hospiz-Verein. Sowohl ehrenamtliche Helfer als auch Ärzte könnten in beiden Einrichtungen tätig sein. Das Hospiz hat nun künftig mehr Platz: Die Zahl der Betten wird von 6 auf 10 in Einzelzimmern erweitert. Zudem, und darauf sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter besonders stolz, einen Raum der Stille. Dort können sich auch die Angehörigen, die Besucher, aber auch die Ärzte zurückziehen.

Nicht nur in der äußerlichen Form, sondern auch in der formalen Struktur hat sich einiges verändert: Das Hospiz wird von der neu gegründeten St. Elisabeth-Hospiz gemeinnützige GmbH betrieben.

Deren alleiniger Gesellschafter ist der gemeinnützige Verein St. Elisabeth-Hospiz Marburg - der bisherige Förderverein, wie Kassenwart Thomas Meyer-Bairam erklärt.

Die Aufgabe des Hospizes, das 1997 in Marburg errichtet wurde, bleibt aber unverändert: „Wir möchten da sein für kranke Menschen, deren Lebensende abzusehen ist und auch für ihre Angehörigen und Freunde. Wir nehmen Anteil am letzten Lebensabschnitt unserer Gäste. Wir versorgen sie medizinisch, leisten pflegerische Hilfe, psychosoziale Unterstützung und seelischen Beistand“, erklärt der Vorstand.

Während der offiziellen Einweihungsfeier - für geladene Gäste - am heutigen Freitag wird der Vorsitzende Dr. Hans Albrecht Oehler über die Entwicklung des Marburger Hospizes berichten.

Nach der feierlichen Schlüsselübergabe durch die Architekten wird Professor Friedemann Nauck aus Göttingen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, eine Rede halten.

Für die Öffentlichkeit besteht am Samstag die einmalige Gelegenheit, die Räume des Hospizes zu besichtigen. Solange noch kein Bewohner dort lebe, könne man die Zimmer zeigen, erklärt Meyer-Bairam.

Der „Tag der offenen Tür“ ist am Samstag, 24. November, von 10 bis 17 Uhr. Zudem findet dort ein Basar statt, zum Verkauf stehen selbst gefertigte und gebasteltete Produkte, die die ehrenamtlichen Mitarbeiter angefertigt haben. Der Erlös ist - wie könnte es anders sein - für das Hospiz bestimmt.

von Anna Ntemiris

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