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Hospiz-Mitbegründer Harald Wagner ist gestorben

Nachruf Hospiz-Mitbegründer Harald Wagner ist gestorben

Er setzte sich leidenschaftlich für die Ökumene ein, warb für eine Theologie, die dem Menschen dient: Der frühere Marburger Priester und Hochschullehrer starb im Alter von 72 Jahren.

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2012 hatten Professor Harald Wagner (rechts) und sein Assistent Marc Kaiser eine Privataudienz bei Papst Benedikt erhalten. Wagner starb am Dienstag im Alter von 72 Jahren.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Harald Wagner starb am Dienstag in Münster, wie die Bischöfliche Pressestelle mitteilte. Professor Wagner stammte aus Gladenbach und leitete von 1981 bis 1994 das Katholische Seminar in Marburg. Er war Priester der Gemeinde St. Peter und Paul und Mitbegründer des Elisabeth Hospizes und Wegbereiter des Hospizbewegung in Deutschland. Die Gesellschaft für Ethik und Medizin hatte er zusammen mit dem Marburger Arzt Dr. Torsten Kruse gegründet. Von 1994 bis zu seiner Emeritierung 2009 war Wagner Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.

Harald Wagner wurde 1944 in Benisch (Sudetenland) geboren. Mit 24 Jahren wurde er im Bistum Limburg zum Priester geweiht, er promovierte und habilitierte 1976. Ab 1980 war er Professor in Schwäbisch Gmünd, anschließend, bis zu seinem Wechsel nach Münster, in Marburg und Fulda. 2001 wurde Wagner Priester des Bistums Münster.

Audienzen bei Päpsten

Dogmatik, wie die Auslegung des Inhalts der christlichen Lehre bezeichnet wird, hat nach dem Verständnis von Harald Wagner wie die gesamte Theologie dem Menschen zu dienen, heißt es in einem Nachruf auf dem Online-Portal des Bistums Münster. In mehr als 300 Veröffentlichungen habe sich der Verstorbene auf Spurensuche begeben, wie christliche Glaubenslehre den Menschen ansprechen und in den Blick nehmen könne. Leidenschaftlich habe sich Wagner zudem für eine ökumenische Offenheit der katholischen Theologie eingesetzt. So diskutierte er 1998 auf dem Mainzer Katholikentag mit dem renommierten evangelischen Theologen Eberhard Jüngel über die Frage der Gemeinschaft beim Abendmahl.

Das Requiem wird am Donnerstag um 10.30 Uhr in der St.-Theresia-Kirche gefeiert, teilt Marc Kaiser aus Marburg mit, der in den vergangenen Jahren sein Assistent und engster Vertrauter war und ihn auf vielen Reisen begleitete - unter anderem zu Papst Benedikt und Papst Franziskus. Aufgrund seiner Behinderung - Wagner war infolge eines Schlaganfalls an den Rollstuhl gebunden - war Wagner auf Hilfe angewiesen. Er sei nie wehleidig gewesen, sondern eine starke Persönlichkeit, sagt Kaiser.

Benedikt XVI. war einst ein Weggefährte

Ein früherer Weggefährte von Wagner war Papst Benedikt XVI. Sie kannten sich aus Hochschul-Zeiten. An Neujahr 2012 hatte Wagner eine Audienz beim damaligen Papst Benedikt im Vatikan.

Zwei Jahre später änderten sich die Rollen ein wenig: Damals war Kaiser als Stipendiat mit einer Gruppe von Studenten im Vatikan. Begleitet wurden sie von Harald Wagner. Höhepunkt des elftägigen Rom-Aufenthaltes war für die Pilger aus Marburg die Teilnahme an der Generalaudienz des Papstes.

von Anna Ntemiris

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