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Horror-Unfall entfacht Kreisverkehr-Debatte

Verkehr Horror-Unfall entfacht Kreisverkehr-Debatte

Der Verkehrsunfall mit zwei Todesopfern und zwei Schwersowie zwei Leichtverletzten nahe Bauerbach bei Marburg am Pfingstmontag beschäftigt die Anwohner in den nahegelegenen Stadtteilen.

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Zwei Tote, vier Verletzte und 9500 Euro Sachschaden: Der Verkehrsunfall am Pfingstmontag nahe Bauerbach zählt zu den folgenschwersten der vergangenen Jahre im Landkreis.Foto: Florian Gaertner

Bauerbach. Seit Jahren fordert der Ortsbeirat Bauerbach eine Veränderung des Auto-Verkehrsflußes an der Einmündung Landstraße 3088 und Kreis-straße 34 / 35. Die Situation dort sei „sehr angespannt“, schilderte Ortsvorsteher Lothar Böttner (CDU), 2012 wurde das Thema letztmals als Antrag im Gremium behandelt. Damals sprachen sich das Gremium sowie ortsansässige Unternehmer für einen Kreisverkehr-Bau aus.

Denn: „Es war ja klar: Erst muss es über Blechschäden hinausgehen, Tote geben, bevor etwas passieren kann“, sagt Ulrich Karg (SPD), Ortsbeiratsmitglied. „Das Gefahrenpotential gerade für Abbieger ist sehr hoch.“ Es sei „nur eine Frage der Zeit gewesen“, bis an dieser Stelle ein richtig schwerer Unfall geschehe, sagte die Bauerbacherin Petra Braun-Groh kürzlich auf OP-Anfrage. Vor allem im Herbst, wenn der Nebel die Straße umhüllt und die Sicht schlecht ist, komme es fast täglich zu Fast-Unfällen. „Ich habe Angst, speziell wegen der Kinder die zur Schule müssen“, sagte sie. Grund: Der Schulbus steht Ulrich Karg zufolge morgens oft mehr als fünf Minuten, aus dem Stand auf die Landstraße - wo „viele, die von den Lahnbergen abwärts mit mehr als den erlaubten Tempo 80 kommen“ - zu beschleunigen, sei „riskant“. Das Dauerthema Kreisverkehr müsse „wieder auf die Tagesordnung, um die Situation endlich zu ändern“.

„Diese Straße ist generell nicht ungefährlich, speziell für Leute, die aus Schröck oder Bauerbach kommen und abbiegen wollen. Man muss auf die oft sehr schnell fahrenden Gegenverkehre von rechts und links achten“, ergänzt Uwe Nau, stellvertretender Ortsbeirats-Vorsitzender in Schröck. Der schwere Unfall von Pfingstmontag sorge dafür, dass „die Behörden gefragt sind“, sich mit dem jahrelang geforderten Kreisverkehr auseinanderzusetzen. „Es gilt, auch für uns Ortsbeiräte, sich mit diesem Thema neu zu beschäftigten“, sagt Nau. Nach OP-Informationen bewerten städtische Verkehrsexperten einen derartigen Kreuzungs-Umbau positiv in Bezug auf die Sicherheit.

„Ein Kreisel würde die Straße vielleicht etwas sicherer machen und das tragische Unglück stützt natürlich Befürworter dieser Idee. Aber unfall-statistisch gesehen wurde ein solcher Bau zu Recht abgelehnt“, sagte Walter Matt, Ex-Ortsvorsteher von Bauerbach. Zur Stoßzeit, dem Berufsverkehr morgens und am späten Nachmittag, „ist dort relativ viel los, aber sonst herrscht doch tote Hose“, sagt der Ex-Polizist. Die Kreuzung sei „eine ganz normale, wie es sie zigfach in Deutschland gibt“.

Derzeit gilt auf der Land-straße Tempo 80, nach Stadtverwaltungsangaben regelmäßig von mobilen Blitzern überwacht. Für etwaige Planung und Bau eines Kreisverkehrs zuständig ist jedoch Hessen Mobil. Eine OP-Anfrage blieb am Dienstag unbeantwortet, die Verantwortlichen wollen sich aber in den nächsten Tagen zu dem Thema äußern, teilte die Behörde mit.

Auch die Marburger Straßenverkehrsbehörde will sich noch in dieser Woche zu den Konsequenzen, die aus dem Unfall resultieren könnten, äußern.

Hintergrund: Bei dem Zusammenstoß von zwei Autos starben ein 83-Jähriger und seine 79 Jahre alte Ehefrau. Eine 68-Jährige und ein 55-Jähriger erlitten schwere Augen- und Gesichtsverletzungen, eine 61-Jährige und ein 74-Jähriger wurden leicht verletzt. Hergang nach Polizeiangaben: Der 83-jährige Unfallverursacher war mit seinem Wagen auf der Kreisstraße aus Richtung Schröck unterwegs. An der Einmündung zur Landstraße hätte er die Vorfahrt des von links kommenden Wagens beachten müssen - er fuhr jedoch auf die Landstraße, um sie zu queren.

von Björn Wisker

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