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Holperstrecke wird zur Dauerbaustelle

Sanierung der Marburger Straße Holperstrecke wird zur Dauerbaustelle

Die Sanierung der Marburger Straße beginnt 
im August und wird bis 
 Dezember 2018 dauern. Anwohner müssen für den Umbau Tausende Euro 
 bezahlen – die Bauarbeiten haben Konsequenzen für Auto- und Busfahrer.

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Die Sanierung der Cappeler Straße wird in sieben Bauphasen durchgeführt.

Quelle: Björn Wisker

Cappel. Die Cappeler Hauptverkehrsstraße wird eineinhalb Jahre lang für Autofahrer – Anwohner und Geschäftskunden ausgenommen – komplett gesperrt. Das gilt für den Bereich zwischen Schubertstraße und Moischter Straße. Die Buslinien 2 und 3 dürfen in diesem Zeitraum ebenfalls dort nicht fahren, werden wie Autos über „Zum Rosenmorgen“ auf die Umgehungsstraße umgeleitet.

Das haben die Verkehrsplaner und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) während einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus des Stadtteils angekündigt. „Der verkommende Eindruck soll bald Vergangenheit sein, hier soll ein Schmuckstück entstehen“, sagt Kahle.

Sieben Bauphasen

Neben der Erneuerung der Fahrbahn, Anordnung der Parkplätze und optischer Umgestaltung des Straßenzugs werden zeitgleich Kabel, Leitungen und Kanalisation im Untergrund modernisiert, erläutert Steve Battenberg vom Ingenieurbüro Gringel. „Die Erreichbarkeit der Grundstücke und Geschäfte ist für Anlieger jederzeit gewährleistet“, sagt er.

Die Sanierung ist in sieben Bauphasen unterteilt, die jeweils mindestens ein Vierteljahr dauern werden. Begonnen wird im August mit dem Stück zwischen Schubertstraße und „Auf der Heide“ – dem mit acht Monaten zeitintensivsten 
Abschnitt. Es folgen:

- von April 2017 bis Juni 2017 Kanalbauarbeiten „Zur Aue“.

- von Juli 2017 bis Januar 2018 der Teil zwischen „Zur Aue“ und Paul-Natorp-Straße.

- von Januar 2018 bis April 2018 der Knotenpunkt an der Paul-Natorp-Straße.

- von April 2018 bis Juni 2018 zwischen „Zur Aue“ und Sommerstraße.

- von Juni 2018 bis September 2018 zwischen Sommerstraße und „Zum Rosenmorgen“.

- von Oktober 2018 bis Dezember 2018 zwischen „Zum Rosenmorgen“ und Moischter Straße.

Grundsätzlich: Beide Fahrspuren sollen künftig je drei Meter Breite messen, die Gehwege auf beiden Seiten zwei Meter, ebenso wie die Buchten zum Längsparken. Mehrere Bäume werden entlang der Strecke gepflanzt – eine Entscheidung, die mehrere Anwohner als „sinnlosen Quatsch“ oder „Lobbyhörigkeit“ kritisieren, was Bürgermeister Kahle aber mit Verweis auf die „Verschönerung und erhöhte Lebensqualität“ unter Applaus vieler Zuhörer zurückweist.

Auf der Umgehungsstraße wird für die Bauzeit eventuell Tempo 30 angewiesen. Hintergrund der Forderung, die mehrere Anwohner auf der Infoveranstaltung stellten, ist die durch die Umleitung drohende Verstopfung der Hauptverkehrsstraße und lange Wartezeiten bei der Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet „Im Rudert“. Bislang geht Harald Schröder von der Straßenverkehrsbehörde aber wegen unklarer Haltung des Regierungspräsidiums noch von einer 
 Tempo-50-Regelung aus.

Kostenkalkulation: 
rund 4,2 Millionen Euro

Dass die Buslinien 2 und 3 tatsächlich über den gesamten Bauarbeitszeitraum umgeleitet und provisorische Haltestellen anfahren werden, steht nach der Infoveranstaltung auf der Kippe. Kahle und 
Robby Jahnke (Stadtwerke) signalisierten, dass eine vorzeitige Befahrbarkeit auf fertigen Teilen der Marburger Straße „durchaus möglich“ sei und bereits geprüft werde.

Die Kosten für die Sanierung der mehr als einen Kilometer langen Straße sollen laut Baudirektor Jürgen Rausch bei rund 4,2 Millionen Euro liegen. 
Einen Teil der Summe trägt das Land Hessen, einen anderen Teil die Kommune. Wie viel ­jeder Immobilieneigentümer noch zahlen muss, bemisst sich anhand der Grundstücksfläche und Geschosshöhe des jeweiligen Hauses – pro Quadratmeter sollen Eigentümer nach Schätzungen der Stadtverwaltung mit 14 bis 18 Euro Kosten rechnen. Gewerbetreibende müssen mitunter mehr bezahlen.

Die Rechnungen für Vorausleistungen werden Mitte 2017 und die Endabrechnung im Laufe des Jahres 2019 gestellt. Alternativ ist es laut Friedhelm Stein möglich, den fälligen Gesamtbetrag im Vorfeld – ab Mitte 
Juli – abzulösen. Das könne bei steigenden Baukosten eine Ersparnis bringen, wird die Sanierung aber billiger als kalkuliert, gelte das Gegenteil. Die genauen Summen, die individuell gezahlt werden müssen, können ab sofort bei der Stadtverwaltung erfragt werden.

  • Kontakt zur Stadtverwaltung bezüglich Ermittlung der Anliegerbeiträge: Telefonnummer 06421 /  2011602 (Friedhelm Stein).

von Björn Wisker

 
Die Konsequenzen aus der Sanierung der Marburger Straße, 
deren zeitlicher Ablauf und die Höhe der Anliegerbeiträge interessierten rund 250 Zuhörer. Foto: Björn Wisker
 
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