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"Hoffmanns Lieschen" erinnert an die Legende

300 Jahre Erlengrabengesellschaft "Hoffmanns Lieschen" erinnert an die Legende

Was die Stadt Marburg den Weidenhäusern im 18. Jahrhundert immer wieder strittig machen wollte, ging dank "Hoffmanns Lieschen" letztendlich doch in die Hände der Bürger über.

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„Hoffmanns Lieschen“ (Viktoria Wehrum, Mitte) mit ihrer Tante Elisabeth Schneider (links) und ihrer Großmutter Eleonore Wehrum.Foto: Sarah Stolle

Marburg. Die Legende besagt, dass „Hoffmanns Lieschen“ bis nach Kassel zu König Jerome Napoleon zog und mit ihrer Schönheit und Anmut erreichte, dass in 1811 die Gräben im Lahnvorland endgültig in Weidenhäuser Hand blieben und nicht, wie vorgehabt, in den Besitz der Stadt Marburg übergingen. Die im Zuge dieses Interesses bereits in 1714 gegründete Erlengrabengesellschaft Weidenhausen feiert in diesem Jahr ihr 300-jähriges Bestehen. Bei einem Dämmerschoppen am Samstag und einem Frühschoppen am Sonntag war für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt. Für die musikalische Unterhaltung im Festzelt sorgte die Gruppe „Donau Power“ aus Ungarn.

Nachdem das Fest durch Oberbürgermeister Egon Vaupel und den ersten Vorsitzenden der Gesellschaft, Achim Sieber, eröffnet wurde, durfte gefeiert werden. Sieber erzählte noch einmal die Legende und selbstverständlich durfte dabei auch „Hoffmanns Lieschen“ vor Ort nicht fehlen. Dieses wird alle fünf Jahre neu gewählt und jeweils von einer Weidenhäuser Bürgerin dargestellt. Auf Traditionsfesten der Weidenhäuser Erlengrabengesellschaft ist „Hoffmanns Lieschen“ stets präsent und erinnert so an die Legende von damals.

Im 18. Und 19. Jahrhundert wurden das „bessere“ und das „schlechtere“ Land unter den Weidenhäuser Einwohnern immer wieder neu ausgewürfelt und für fünf Jahre bewirtschaftet. Und bereits damals feierte man gerne. Zum Beispiel gab es jährlich ein Grabenfest für die jungen Männer, die die Gräben säuberten.

Auch heute noch veranstalten die Weidenhäuser Bürgerinnen und Bürger jährlich einen kleinen Dämmerschoppen. „Ein Fest in der Größe wie an diesem Wochenende gibt es jedoch nur alle fünf Jahre“ berichtet Achim Sieber. „Allerdings ist es fraglich, wie lange es in dem Umfang noch bestehen kann, da die Auflagen und somit auch die damit verbundenen Kosten leider immer höher werden.“

Im kommenden Jahr findet jedoch traditionsgemäß zum 205. Mal das Grabenfest wieder in kleinerem Umfang und in den Gässchen Weidenhausens statt. Dieses wird ebenfalls alle fünf Jahre veranstaltet. Man merkt es schon: In Weidenhausen ist immer was los.

von Sarah Stolle

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