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Höhenflug für Sophie und Elias

Angesagte Vornamen Höhenflug für Sophie und Elias

Elias und Sophie sind in Marburg die beliebtesten Vornamen 2014. Eltern entscheiden sich seit Jahren mehrheitlich immer für dieselben Namen. Das teilte das Standesamt auf OP-Anfrage mit.

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Das sind die zehn am häufigsten gewählten Namen 2014 in der Universitätsstadt.

Quelle: Sven Geske

Marburg. Laut städtischem Register tragen 53 der in 2014 Neugeborenen den Namen Sophie, 24 heißen Elias. Während es bei den Jungen-Namen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Paul (23) und Luca (20) gab, landete Sophie deutlich vor Marie (35) und Emilia (26). Insgesamt  bekamen nach Angaben der Stadt 1291 Babys einen, 738 zwei und 59 drei oder mehr Vornamen.

Die Namens-Wahl der Eltern für ihre Kinder setzt einen Trend in der Stadt fort: Bereits 2009 und in den Folgejahren rangierten viele Namen, die sich auch jetzt unter den Top-Zehn finden, ganz oben. Maria und Sophie bei Mädchen, Elias und Luca bei Jungs. Größte Verlierer der vergangenen fünf Jahre: Lara, die 2009 mit 25 Namensvergaben Dritte war, ist hinter Rang 30 zurückgefallen (gleichbedeutend mit weniger als zehn Nennungen).

Ähnlich geht es Noah. Im vergangenen Jahr belegte der Name Rang fünf bei den neugeborenen Jungs, jetzt findet er sich nicht mal mehr in den Top-30. Hingegen ist Emil der Emporkömmling – 17 Mal wurde er von Eltern 2014 für ihr Kind gewählt, fünf Jahre zuvor nicht halb so oft. Die in Deutschland beliebtesten Namen sind Ben und Emma.

Tendenz zu einsilbigen Namen wie Lea oder Mia

Wissenschaftler wie Damaris Nübling befassen sich mit der Entwicklung der Namensvergabe. Die Sprachwissenschaftlerin (Universität Mainz) kommt in ihrer Forschungsarbeit etwa zu dem Ergebnis, dass sich Jungen- und Mädchennamen immer mehr annähern: „Jungennamen sind femininer geworden“, sagt sie. Die eigentlich für Mädchennamen typischen Vokale „a“ und „i“ kommen in männlichen Vornamen mittlerweile häufiger vor.

Beispiele für recht neue beliebte Namen seien – der in Marburg favorisierte – Elias sowie Maximilian und Julian. Typisch für weibliche Vornamen sei zwar weiterhin der Vokal, auf dem sie endeten. „Aber auch dieses Merkmal ist immer weniger verlässlich, wie die beliebten Jungennamen Luca und Mika zeigen“, sagt Nübling. Auch die Mädchennamen nähern sich den meist kürzeren männlichen Vornamen an. Die Tendenz ginge von langen Formen wie Katharina zu einsilbigen Varianten wie Lea oder Mia.

Mädchen- und Jungennamen ähneln sich nicht nur immer stärker, sie werden auch konservativer. „Viele Eltern geben sich bei der Wahl des Namens für ihren Nachwuchs traditionsbewusst“, sagt der bundesweit bekannte Namensforscher Knud Bielefeld. So würden die Standesämter häufig Namen wie Lasse und Finn oder Charlotte und Hannah eintragen. Das geht aus der Datenbank, die er jährlich erstellt, hervor.

Seit der Fußball-WM boomt der Name Mats

Anton, Friedrich oder Emil gehörten gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den beliebtesten Vornamen. Nun würden sie wieder häufiger vergeben, sagt die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Auch Mädchen würden wieder öfter traditionelle Namen tragen. Dazu zählen Emma, Helene oder Elisabeth.

Auch die Bibel prägt die deutsche Namensgebung nach wie vor – verstärkt vor allem in Regionen mit großen, aktiven Kirchengemeinden wie in der Universitätsstadt. Johannes und Lea sind bundesweit noch immer weit verbreitet. Selbst mit an der Spitze des Rankings steht ein biblischer Name: Mia (2014 deutschlandweit der zweithäufigste Name, 2013 noch der meistgewählte) ist nur die Kurzform für Maria.

Kurios: Immer wieder orientieren sich Eltern an gesellschaftlichen, medialen Großereignissen: 2014 ist das besonders bei dem Namen Mats der Fall. Seit der Fußball-WM habe es einen Boom gegeben, sagt Bielefeld.

von Björn Wisker

 
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