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Höcke kommt nicht, aber 700 Menschen

Demo gegen Fremdenhass Höcke kommt nicht, aber 700 Menschen

AfD-Politiker Björn Höcke hatte seinen Vortrag in Marburg bei der umstrittenen Burschenschaft Rheinfranken abgesagt. Die friedliche Demo gegen Fremdenhass fand dennoch statt.

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Rund 700 Menschen kamen am Freitagabend auf den Marktplatz in Marburg, um gegen Fremdenfeindlichkeit zu protestieren.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Auch wenn der AfD-Politiker Björn Höcke am Freitagabend doch nicht nach Marburg kam, wie eine Woche zuvor bekannt geworden war: Anlässe für eine Demo gegen Fremdenhass gibt es in den vergangenen Tagen deutschlandweit genug. Gewalt gegen Flüchtlinge, Parolen gegen Ausländer. In Marburg soll dies anders sein, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel. „In dieser Stadt brauchen wir keinen rechten Hetzer“, ergänzte sein künftiger Nachfolger Dr. Thomas Spies. Die beiden SPD-Politiker gehörten zu den ersten Rednern, die am Freitagabend auf dem Marktplatz auf der Kundgebung unter dem Motto „Gegen rechte Hetze - für grenzenlose Solidarität“ sprachen. Aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, antifaschistischen Gruppen und Parteien.

Rund 700 Menschen zogen am Freitagabend durch die Marburger Innenstadt bis in die Lutherstraße, um gegen rechte Hetze zu protestieren. Foto: Nadine Weigel

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Der Einwanderer Peter Donatus forderte in seiner Rede, Gewalt gegen Ausländer gesetzlich als Terrorakt einzustufen. Das Thema Fremdenhass griff das Duo Daratu und Cridda von der Musikgruppe „Straight aus Mittelhessen“ mit einigen Rap-Songs auf. „Die Welt ist bunt“ lautete einer der Titel.

Bunt und laut präsentierte sich auch der Demonstrationszug, der anschließend mit rund 700 Menschen vom Marktplatz über die Barfüßerstraße zur Lutherstraße zog, um vor Ort gegen die dort ansässige, umstrittene rechte Studentenverbindung Rheinfranken zu protestieren. Die Burschenschaft hatte den thüringischen AfD-Politiker Björn Höcke zu einem Vortrag über Flüchtlingspolitik eingeladen. Vergangene Woche hatte der Politiker seinen Vortrag abgesagt, er sei erkrankt, teilte die AfD mit.

 

Protest bleibt friedlich

Die Demonstranten durften nicht bis ganz vor das Haus der Burschenschaft Rheinfranken ziehen, weil dieses in einer kleinen Stichstraße liegt, wie die Polizei erklärte. Kurzzeitig beschwerten sich Anwohner in der Lutherstraße über die Kundgebung und wiesen etwa darauf hin, dass dort auch Familien mit Kindern leben. Mehrere Hundert Polizisten beobachteten in der gesamten Oberstadt die Lage, bis Redaktionsschluss war der Protest friedlich, bestätigte Polizeisprecher Martin Ahlich.

Mehrere Redner schilderten mit kurzen Beiträgen ihre durchaus unterschiedliche Sicht auf Flüchtlingspolitik, Fremdenfeindlichkeit, Pegida und die Asylrechts-Verschärfung. Nicht nur Höcke sei das Problem, „sondern auch etablierte Parteien wie CSU, CDU, SPD und Grüne“, sagte zum Beispiel eine Rednerin auf Deutsch und Englisch. Asmah El-Shabassy von der Islamischen Gemeinde Marburg trug ein Gebet vor. Viele der Marburger Demonstranten werden am Samstag auch in Wetzlar auf die Straße gehen, um das „Bündnis gegen Braun“ zu unterstützen. Dort darf am Abend ein Fackelzug von Rechtsextremen durch die Altstadt stattfinden.

von Anna Ntemiris

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Demo gegen Fremdenhass
Hunderte Menschen zogen am Freitagabend durch die Marburger Innenstadt bis in die Lutherstraße, um gegen rechte Hetze zu protestieren.

Rund 700 Menschen versammelten sich am Freitagabend auf dem Marburger Marktplatz, um gegen Fremdenfeindlichkeit zu protestieren.

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