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Höchste Zeit für das Licht der Welt

Frohe Weihnachten Höchste Zeit für das Licht der Welt

In einer von Krisen erschütterten Welt ist vielen Menschen noch nicht weihnachtlich zumute. Der Blick in die Zeit und die Nacht von Jesu Geburt zeigt dabei, warum Weihnachten dennoch ein Fest der Freude ist und bleibt.

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Der kleine Thore aus Albshausen freut sich auf sein zweites Weihnachtsfest.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, erinnert in der Weihnachtsbotschaft angesichts des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin an den Kern der Weihnachtsbotschaft. „Weihnachten beinhaltet eine Freude, die das Dunkle mit einschließt, die nicht vor dem Leid davonrennt.“

Die Geschichte Jesu, so Bedford-Strohm, sei von Anfang an eine Geschichte der Bedrohung, des bedrohten Menschseins. Sie ist aber am Ende „eine Geschichte, die zeigt, dass die Gewalt nicht das letzte Wort hat, sondern dass das Leben siegt. Und deswegen ist dieses Weihnachtsfest mit einer Botschaft gefüllt, die kraftvoller nicht sein könnte, gerade in den schweren Tagen jetzt.“

Auch dieser Aspekt ist Teil unserer Weihnachtsausgabe, die Sie,  liebe Leserinnen und Leser, in den Händen halten. In einem  Editorial gehen wir darauf ein, warum wir Terror und Gewalt zum Trotz einen guten Grund zum Feiern haben ( siehe unten).

Wie Weihnachten im Gefängnis abläuft, schildern Häftlinge und Mitarbeiter der Justivollzuganstalt Gießen.

Lesen Sie von dem gefeierten Besuch des Weihnachtsmannes in der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neustadt.

Werfen Sie einen Blick auf die seltenen, nostalgischen Spielzeuge, die uns der  Sammler Jochen Schäfer aus Oberrosphe zeigt.

Viel Vergnügen!

 
Editorial

Ein frohes Fest, der Gewalt und dem Terror zum Trotz

Die Welt scheint in diesen Tagen, in diesen Wochen aus den Fugen geraten. In welchem Ausmaß sich die Ereignisse in den vergangenen Monaten überschlugen, wie sehr sich Krisen zuspitzten, wird uns bewusst, wenn wir das Jahr im

Zeitraffer an uns vorbeiziehen lassen. Dabei ist die Welt schon viel länger aus den Fugen. Wir haben vielleicht nur zu fest die Augen verschlossen.

Der Schrecken in der Welt war lang weit genug weg. Aus der abstrakten Gefahr ist nun immer öfter eine zum Greifen nahe Bedrohung geworden. Städte markieren die folgenschweren Spuren, die Terror, Krieg und Vertreibung innerhalb von kaum mehr als einem Jahr auch vor unserer Haustür hinterlassen haben: Paris, Köln, Brüssel, Nizza, München, Ansbach, Freiburg, zuletzt Berlin.

Die Bilder der Trauer gleichen sich. Kerzen für die Toten und Verletzten, Fahnen auf halbmast. Tröstende Worte und tiefe Anteilnahme für die Familien und Freunde der Opfer. Wir ahnen, dass diese Bilder auch zu unserem Alltag gehören könnten und wollen das zugleich nicht wahrhaben. Wir möchten vielmehr, dass unsere Gesellschaft offen und frei bleibt. Zugleich wollen wir uns und unsere Liebsten in Sicherheit wissen und die Welt besonnen zu einem besseren Ort machen. Dahinter steckt eine große Sehnsucht. Die Sehnsucht, dass die Menschheit der Vernunft näher kommt, die Gesellschaft gerechter wird, wir Halt finden. Und dass wir bei allem Unheil die Hoffnung darüber nicht verlieren, dass sich diese Sehnsucht einmal erfüllt.

Angesichts der unruhigen Zeiten mag bei manchem keine fröhliche Weihnachtsstimmung aufkommen. Für mich ist die Hoffnung auf bessere Zeiten der beste Grund dafür, sich genau deshalb auf Heiligabend und die Weihnachtstage zu freuen.

Hoffnung und Zuversicht sind für Christen zentrale Motive der Weihnachtsgeschichte: In der Finsternis der Nacht wird Jesus geboren. Sein Leben wirft neues Licht auf eine Welt, die geprägt ist von Nächstenliebe und
Barmherzigkeit.  Seine Botschaft: In dem Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Recht und Unrecht – der sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurchzieht –, hat am Ende Gott das letzte Wort. Das befreit uns nicht von der Verantwortung, unsere Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Das bewahrt uns auch nicht vor Verwundbarkeit im Ringen um gemeinsame Werte. Aber es gibt uns die Chance, einem Weg zu
vertrauen, der uns gemeinsam in die Zukunft führt. Ein starker Anlass zur Hoffnung.

In diesem Sinne:
Frohe Weihnachten!

von Christoph Linne

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