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Hochhaus-Dorf für Studenten im Waldtal wird 50

Festakt Hochhaus-Dorf für Studenten im Waldtal wird 50

50 Jahre Studentendorf: Dieses Jubiläum wurde mit einem Festakt und einer Party für die Bewohner feierlich begangen.

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Studenten-Power beim Festakt: Fallou Sy (rechts) und Ibrahim brachten die Festgesellschaft mit afrikanischer Trommel-Action in Schwung. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Vor der abendlichen Jubiläums-Party mit den „Boptown Cats“ im neuen Max-Kade-Zentrum, dem Kulturzentrum des Studentendorfs, gab es am Freitagmittag noch eine offizielle Veranstaltung mit Festrednern. Anlass war das 50-jährige Bestehen des Studentendorfs im Waldtal. Vor 50 Jahren, im Jahr 1964, war der dritte und letzte Bauabschnitt des Wohnheim-Komplexes fertiggestellt worden.

Damals bot das Studentendorf Wohnraum für 800 Studierende und galt als größte und modernste Wohnanlage für Studenten in Deutschland, berichtetet Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe nicht ohne Stolz.

Immerhin wurde im Studentendorf Wohnraum für 10 Prozent der Marburger Studierendenschaft angeboten. Es war auch eine studentische Initiative, die mit den Anstoß für den Bau der Unterkünfte gegeben hatte, nachdem es auch damals schon durch den Anstieg der Studierendenzahlen auf 8000 Wohnungsnot gab. Eine Petition der Studentenvertretung hatte sich nachdrücklich für den Wohnanlagen-Bau eingesetzt.

Die Gesamtkosten für die Errichtung des Studentendorfs hatten damals 12,5 Millionen D-Mark betragen. Davon steuerte das Land Hessen 55 Prozent bei. 30 Prozent der Summe kam vom Bund, und den Rest brachte das Marburger Studentenwerk auf.

Die „preislich kulante“ Überlassung des 30000 Quadratmeter großen Grundstücks im Marburger Stadtteil Waldtal durch den Marburger Spediteur Eduard Heppe trug ebenfalls dazu bei, dass an diesem Ort preisgünstiger Wohnraum für Studierende entstand.

Die Wohnungen waren Mitte der 60er Jahre auch deshalb beliebt, weil sie im Gegensatz zu vielen Studentenzimmern in Häusern in der Marburger Oberstadt mit fließend warmem Wasser ausgestattet waren. Dies erläuterte der ehemalige Marburger Uni-Kanzler Dr. Bernd Höhmann, in den 60er Jahren selbst Bewohner des Studentendorfs, in einem persönlich gehaltenen Rückblick. Zwar wirkt die Wohnanlage mit seiner Ansammlung von mehrgeschossigen Hochhäusern von außen betrachtet eher wie eine Trabantenstadt der Nachkriegszeit. „Doch es war wirklich wie ein Dorf der Studierenden“, erinnerte sich Höhmann an eine positive Gemeinschaftsatmosphäre. Dazu hätten auch die Gemeinschaftsküchen in den einzelnen Stockwerken der Häuser sowie das Kossel-Haus als damaliges Gemeinschaftszentrum beigetragen.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) war zwar kein „Ehemaliger“ des Studentendorfs, studierte aber in Marburg und erinnerte sich in seiner Ansprache ebenfalls an „legendäre Feten“ im Kossel-Haus. Kahle betonte, dass die kompakte Bauweise im Studentendorf mit dazu beitrage, gut bezahlbare und verlässliche studentische Unterkünfte zu sichern. „Wir freuen uns darüber, dass das Studentendorf so gut in Schuss ist“, sagte Kahle. Das liege auch daran, dass das Studentenwerk stets in den Umbau und die Sanierung der Bauten investiert habe.

Mittlerweile stammen fast die Hälfte der „Dorf“-Bewohner aus dem Ausland. Und so geht auch das Kulturprogramm mit der Zeit: Wo es früher einen Blockflötenkreis gab, dominieren heute modernere Kulturangebote. Exemplarisch dafür trommelten zwei afrikanische Studenten der Festgesellschaft heiße Rhythmen vor.

von Manfred Hitzeroth

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