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Historikerturm erhält Klimaanlage

Philosophische Fakultät Historikerturm erhält Klimaanlage

Noch mindestens zehn Jahre werden die geisteswissenschaftlichen Türme an der Stadtautobahn von der Universität benötigt.

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Der C-Turm der Geisteswissenschaftlichen Institute an der Philosophischen Fakultät bekommt eine Klimaanlage.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Türme der Philosophischen Fakultät sind sehr markant im Marburger Stadtbild: Doch die Tage, in denen die Marburger Universität sie als Lehr- und Forschungsstätte für die Geistes-und Sozialwissenschaften benötigt, sind eigentlich abgelaufen. Spätestens mit dem Umzug der nahe gelegenen Uni-Bibliothek in den Neubau am Botanischen Garten Anfang 2017 sollten ursprünglich auch die Geisteswissenschaftler ihre Zelte abbrechen und ihre Institute in den „Campus Firmanei“ an der neuen Bibliothek verlagern.

Doch der in ganz Deutschland angekündigte neuerliche „Studentenberg“ hat der Marburger Uni-Leitung einen kleinen Strich durch diese Rechnung gemacht. „Wir brauchen die Türme mindestens noch so lange wie Absolventen der doppelten Abitur-Jahrgänge an der Uni sind“, erläuterte Dr. Eckhard Diehl, Leiter des Uni-Dezernats für Gebäudemanagement und Technik, auf Anfrage der OP. Das bedeute nach dem derzeitigen Stand der Planungen, dass die Türme wohl noch mindestens zehn Jahre benötigt würden.

Von zwei Seitenmit Lärm beschallt

Doch Diehl weiß, dass es einige gebäudetechnische Mängel gibt, die eigentlich behoben werden müssten. „Die Türme stehen auf dem Areal zwischen der Stadtautobahn und der Eisenbahnstrecke“, erklärt Diehl. Das bedeutet, dass es eine Fläche ist, die auf beiden Seiten mit Lärm „beschallt“ wird. „Selbst wenn auf der Stadtautobahn Flüsterasphalt verlegt wird, bringt das lärmmäßig keine entscheidende Besserung“, vermutet Diehl. Wegen des Verkehrslärms ist es eigentlich nicht ratsam, die Fenster in den bis zu zehn Stockwerken hohen Uni-Hochhäusern zu öffnen. Das Bedürfnis nach Lärmschutz kollidiert aber besonders im Sommer mit dem Problem der mangelnden Klimatisierung. Auf Deutsch: Im Sommer ist es in vielen Seminarräumen seit Jahrzehnten unerträglich heiß, weil sie wegen der Lärmbelastung nicht geöffnet werden können.

Weil die aus den 60er Jahren stammenden Türme aber noch mindestens zehn Jahre weiterbetrieben werden, hat sich die Uni-Leitung jetzt zumindest im Fall des höchsten Turms entschieden, für Abhilfe zu sorgen. Im Turm C (Historikerturm) soll die bisher vorhandene Basis-Lüftungsanlage deutlich verbessert und zu einer Klimaanlage umgebaut werden, die das Arbeiten in den Seminarräumen angenehmer gestalten soll. „Wir wollen stärkere Maschinen an die Kanäle dranhängen“, erläuterte Diehl, wie der Umbau technisch vor sich gehen wird.

500.000 Euro für bessere Luft

Die Erneuerung der Klimatechnik kostet 500000 Euro und wird aus dem Sonderprogramm „Hochschulpakt 2020“ finanziert, mit dem Bund und Länder Sanierungsvorhaben finanzieren, die aufgrund des „Studentenbergs“ notwendig sind. Sie soll in den kommenden Semesterferien von Februar bis April 2014 realisiert werden, so dass der Effekt im nächsten Sommersemester für Lehrende und Studierende spürbar wird. Die übrigen Türme werden allerdings nicht mit Klimaanlagen ausgestattet, erläutert Diehl, weil dafür der Sonderzuschuss nicht ausreicht.

Aus demselben Sonderprogramm stehen auch 330000 Euro zur Verfügung, mit denen sechs zusätzliche Seminarräume direkt auf dem Areal der Philosophischen Fakultät finanziert werden. Zwischen dem Historikerturm und dem Schwesternwohnheim werden zu diesem Zweck die früher von der Martin-Luther-Schule genutzten Container hergerichtet, die die Uni angekauft hat. Und noch weitere Ideen haben sich die sich die Uni-Verantwortlichen vorgenommen, um den Zustand in den maroden Gebäuden für die kommenden zehn Jahre zu verbessern:

„In der kompletten philosophischen Fakultät werden die Sanitäranlagen renoviert“, erläutert Eckhard Diehl. Über kaputte Toilettenanlagen hatte es in den vergangenen Jahren viele Beschwerden gegeben. Pro Jahr gibt die Uni in den kommenden drei Jahren für dieses Vorhaben jeweils 150000 Euro aus.

 Auch in Sachen „Verschönerung“ nimmt die Hochschule noch einmal Geld in die Hand: Mit jeweils 50000 Euro pro Jahr werden kleinere Arbeiten wie der Austausch von Leuchten oder der Innenanstrich von Wänden finanziert.

von Manfred Hitzeroth

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