Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Gewitter

Navigation:
Hirschhausen trifft deutschen Dr. House

Vorlesung im Audimax Hirschhausen trifft deutschen Dr. House

Zwei Stunden vor seinem Auftritt in der Marburger Stadthalle hält Eckart von Hirschhausen am Montag bereits eine Vorlesung im größten Hörsaal der Universität - für Studenten und andere Interessierte.

Voriger Artikel
Sternsinger sammeln mehr als 15000 Euro für Kenia
Nächster Artikel
Was dürfen Mitreisende, und was dürfen sie nicht?

Der Arzt und Kabarettist, Dr. Eckart von Hirschhausen, versteht es, wissenschaftliche Informationen zu Medizin-Themen humorvoll zu erklären.

Quelle: Archiv

Marburg. Warum Worte Medizin sind, und warum gute Fragen wichtiger sind als gute Antworten: Darum geht es bei der Vorlesung von Dr. Eckart von Hirschhausen, der am kommenden Montag, 23. ­Januar, nach Marburg kommt, kurz vor seinem bereits ausverkauften Kabarett-Auftritt in der Stadthalle. Er möchte die Ärzte der nächsten Generation dazu inspirieren, Worte als Medizin wertzuschätzen und einzusetzen. „Man lernt als Arzt sechs Jahre lang, sich unverständlich auszudrücken. Altgriechisch und Latein - zwei tote Sprachen für das Wunder des Lebens? Dann kann man Dinge sagen wie essentielle, funktionelle, vegetative, idiopathische Dystonie statt: Keine Ahnung, was los ist!“, erläutert Hirschhausen.

Mit seinem Bestseller „Arzt - Deutsch / Deutsch - Arzt“ verfasste der gelernte Mediziner und Wissenschaftsjournalist das erste humorvolle medizinische Wörterbuch. „Bei allem technischen Fortschritt sind und bleiben kluge Fragen und einfühlsame Gesprächsführung die wichtigsten diagnostischen und therapeutischen Instrumente des Arztes“, meint Hirschhausen.

"Lichtgestalt des medizinischen Infotainments"

In seiner Vorlesung gibt es viele praktische Beispiele und aktuelle Forschungsergebnisse­ zum Thema, wie man wieder weniger über Krankheiten redet, als vielmehr mit den Kranken. Und warum Lachen oft tatsächlich die beste Medizin ist.

„Hirschhausen ist eine Lichtgestalt des medizinischen ­Infotainments“, meint der ­Marburger Medizin-Professor Jürgen Schäfer, Leiter des Zentrums für unerkannte Krankheiten am Uni-Klinikum. Hirschhausen schaffe es, einem Millionenpublikum medizinisches Grundwissen anschaulich zu vermitteln.

Deswegen freue er sich besonders, dass Hirschhausen zu Besuch in das von ihm geleitete „Dr. House“-Seminar an der Marburger Uni kommt. „Denn auch wir versuchen dort dasselbe, wenn auch eher als Amateure“, meint Schäfer. Es gehe darum, inhaltsschwere ­Bildung mit Unterhaltung zu verbinden. Doch auch Schäfer hat sich nicht nur in Marburg einen Namen gemacht. In seinen Seminaren versucht er beispielsweise, medizinische Fälle aus der amerikanischen Krankenhaus-TV-Serie „Dr. House“ aufzugreifen und in einen wissenschaftlichen Kontext zu stellen. In dem von Schäfer gegründeten Zentrum für unerkannte Krankheiten versucht er, Patienten zu helfen, für die es keine eindeutige Diagnose gibt und die an seltenen Krankheiten leiden.

Dr. Eckart von Hirschhausen (Jahrgang 1967) studierte­ Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Mit seinem Bühnenprogramm „Wunderheiler. Medizin und Magie - Wie sich das Unerklärliche erklärt“ tourt er durch Deutschland. Er hat einen Lehrauftrag für Sprache der Medizin. Als Beirat ist er unter anderem für die „Deutsche Krebshilfe“ und die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe tätig.

  • Die Vorlesung mit Dr. Eckart­ von Hirschhausen im „Dr. ­House Seminar“ im Audimax (Uni-Hörsaalgebäude, Biegenstraße) beginnt am Montag, 23. Januar, um 18 Uhr. Weil den Veranstaltern vor allem die Weiterentwicklung der Mediziner und Psychologen am Herzen liegt, erhalten Studierende dieser Fächer vor Ort zunächst bevorzugt Eintritt. Zusätzlich ist das Seminar dann aber auch prinzipiell offen für alle. Einlass ist ab 17.30 Uhr. Alle anderen Interessenten können je nach Verfügbarkeit der Plätze ab 17.45 Uhr in das ­Audimax. Die Veranstalter nehmen zwar keinen Eintritt für die Vorlesung, würden sich aber über eine Spende von fünf Euro für Hirschhausens Stiftung „Humor hilft heilen“ freuen. Mit seiner Stiftung hat sich der ehemalige Arzt an der Uni-Kinderklinik der Freien Universität Berlin zum Ziel gesetzt, heilsame Stimmung im Krankenhaus zu fördern und zu erforschen. So gehen im Auftrag der Stiftung Clowns auf die Stationen und in Pflegeeinrichtungen, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen und alten Menschen. In Workshops der Stiftung lernen Pflegekräfte, wie ein herzlicher und wertschätzender Humor im Umgang mit Patienten gelingen kann.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr