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Hirsche röhren um die Gunst der Weibchen

Natur Hirsche röhren um die Gunst der Weibchen

Derzeit sind Hirsche in Aktion: Es ist Brunftzeit und sie röhren lautstark um die Gunst der Hirschkühe. Den Nachwuchs gibt es im Mai und Juni nächsten Jahres.

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Ein Rothirsch röhrt in einem Wildpark in seinem Gehege zwischen den Hirschkühen seines Rudels. In Hessens Wäldern lebt so viel Wild wie nie.

Quelle: Axel Heimken

Landkreis. In kalten klaren Nächten sind sie besonders gut zu hören: Hirsche, die mit einem langgezogenen Röhren um die Gunst der Weibchen werben. Im Landkreis gibt es drei ausgewiesene Rotwildgebiete: im Burgwald, Richtung Lohra, Kirchvers, Weipoltshausen und bei Biedenkopf.

„Hirsche sind die größten freilbenden Säugetiere in Deutschland“, sagt Dr. Klaus Röther, Pressesprecher des Landesjagdverbandes. Im Februar werfen sie ihre Geweihe ab und leben mit ihren Artgenossen im Rudel. Bis August hat sich das Geweih neu gebildet. „Dann streifen die Hirsche die Basthaut ab, die sich während der Geweihentwicklung gebildet hat, und sind bereit für Kämpfe“, erzählt Klaus Röther. Mit Beginn der Brunftzeit trennen sich die Hirsche vom Rudel und gehen auf Brautschau. Nebenbuhler sind dabei Feinde und werden bekämpft.

Röhren ist nur nachts zu hören

„Hirsche haben besondere Brunftplätze, sie gehen nicht einfach so auf die Suche nach der Hirschkuh“, sagt Röther. Das langegezogene Röhren ist nur nachts zu hören. Tagsüber sammeln die Tiere neue Kräfte. Die Platzhirsche, die sich letztendlich durchsetzen, halten sich „ein ganzes Harem“, so Röther, der selbst Jäger ist und in Ebsdorfergrund wohnt. Ein Platzhirsch sollte alt, vital und stark sein. „Er sollte in der Lage sein mehr als zwölf Hirschkühe zu befruchten“, so Röther.

Mitte Oktober endet die Brunftzeit in der Regel. „Es kann aber auch mal zu Verschiebungen kommen“, so Röther. „Den Nachwuchs bekommen die Hirschkühe dann im Mai/Juni nächsten Jahres. Pro Hirschkuh ist es ein Kalb.“

Wer sich das Röhren der Hirsche in der Brunftzeit einmal anhören möchte sollte beim zuständigen Forstamt nachfragen, oder in einem Tierpark, wo es spezielle Angebote gibt.

„Auf eigenen Faust mit Taschenlampe bewaffnet sollte man nicht in den Wald gehen.“ Laut Röther würden die Hirsche dadurch nur verscheucht. Gefährlich sind sie nicht, „es sei denn sie verwechseln den Mensch mit einem Nebenbuhler“, sagt Röther. „Das ist alles schon vorgekommen.“

Jagdzeit von August bis Januar

Während der Brunftzeit dürfen Hirsche geschossen werden. Die Jagdzeit beginnt am 1. August und endet am 31. Januar. Laut Röther ist die Zahl der Hirsche in den vergangenen Jahre drastisch gestiegen. Das liegt nach den Worten des Jägers an dem guten guten Bedingungen in der Natur. Doch was den Hirschen gefällt, macht Waldbesitzern zu schaffen. „Die Politik und Hessen-Forst drängen darauf, dass möglichst viele Hirsche geschossen werden“, erklärt Röther.

Der Grund sind Schäden an Bäumen. „Wenn das Rotwild im Wald gestört wird, sei es durch Jäger, Pilzesammler, Spaziergänger oder Radfahrer, zieht es sich von freien Flächen in Dickungen zurück“, so Röther. „Dort frisst es dann die Baumrinde an, insbesondere Buchen und Fichten. Der Baum wächst zwar weiter, aber der Pilz dringt in ihn ein. Nach der Fällung sind in der Regel 1,50 Meter Stammholz nicht zu verwerten.“ Um den wirtschaftlichen Schaden in der Forstwirtschaft zu reduzieren, sollen die Tiere geschossen werden.

„In Hessen gibt es 20 von der obersten Jagdbehörde ausgewiesene Rotwildgebiete. Dort werden die Hirsche sozusagen geduldet“, sagt Röther. Ziel sei es, eine Vermehrung zu verhindern.

von Heike Horst

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