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„Hingerotzter Müll“ oder Kunst?

Streit um Schmierereien „Hingerotzter Müll“ oder Kunst?

Die Schmierereien in der Universitätsstadt beschäftigen viele OP-Leser.

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Vandalismus: Der Name ist an Fassaden in der Firmaneistraße Programm.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im sozialen Netzwerk Facebook hat das Thema eine Debatte ausgelöst: „Schlimm, vor allem steht nur Scheißdreck an den Wänden. Aber das sind eben minderbemittelte Kleingeister, die so einen Unfug an die Wände schmieren“, schreibt Daniel Wollitz Kaufmann auf dem OP-Facebookkanal. Daria Levi ergänzt: „Ich ärgere mich jedes Mal über diese Schmierereien! Manche Botschaften sind auch mehr als nur niveaulos.“

„Ich finde es gibt schöne Graffitis. Aber die meisten sind da nur irgendein hingerotzter Müll oder irgendein Spruch“, schreibt Chris Heppner.

„Ich werde nie verstehen, wieso man fremdes Eigentum beschädigt? Vielleicht braucht Marburg eine Graffiti-Wand, wo legal gesprüht werden darf?“, schreibt Christina Majewski.

Daniel Oeser entgegnet: „Graffiti existiert, seitdem die Menschheit Schutz unter einem Dach sucht und feste Behausungen bewohnt. Archäologisch betrachtet sind ja zum Beispiel Höhlenmalereien und Sklaven-Graffiti in den Ruinen vom Pompeji ein Glücksfall, da man gesellschaftliche Umstände und Lebensrealitäten rekonstruieren kann. Genauso wird es in der Zukunft mit heutigem Graffiti sein. Wenn etwa ein ‚Nazis Raus‘-Schriftzug in einigen Tausenden Jahren in den Ruinen von Marburg entdeckt wird, wird man folgerichtig schlussfolgern, dass es in der Entstehungsphase ein großes Rassismusproblem gab.“

„Meine Oma sagte immer: Narren-Hände beschmieren Tisch und Wände“, schreibt Jürgen Fricke. „Die Strafen, die für so eine Sachbeschädigung verhängt werden, sind viel zu niedrig. Über ein Paar „Sozialstunden“ lachen diese Täter doch nur. Ohne Wenn und Aber ein Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung und diese Schwachköpfe überlegen sich es zweimal, ob sie eine Spraydose in die Hand nehmen. Dass sie für den entstandenen Schaden aufkommen müssen versteht sich von selbst“, schreibt Armin Ort-wein. „Marburg hat ein generelles Sauberkeitsproblem. Schuld sind aber nicht die städtischen Reinigungskräfte, sondern ein Teil der Bewohner“, schreibt Günter Köller.

Rund Dreiviertel aller Teilnehmer einer OP-Umfrage sagen unterdessen, dass sich das Marburger Stadtbild in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Etwa ein Viertel sieht das anders. An der Abstimmung, die seit Ende vergangener Woche auf www.op-marburg.de online war, beteiligten sich 220 Menschen. Hintergrund der Kontroverse ist die Foto-Sammlung des Marburgers Friedrich Blackkolb, der vor kurzem Hunderte Schmierereien in der Stadt dokumentierte und - mit der Forderung härterer Strafen - dem Magistrat übergab.

von Björn Wisker

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