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Meteoriteneinschlag vor 100 Jahren

Himmlischer Feuerball feiert Geburtstag

In der Schwalm kommen führende Wissenschaftler an diesem Wochenende zusammen: Sie treffen sich zum 8. Deutschen Meteoriten Kolloquium. Anlass ist der 100. Jahrestag des Meteoritenfalles von Treysa.
Der Meteor von Tscheljabinsk war am 15. Februar 2013 über dem russischen Ural zusehen.Foto: Viktoria Gorbunova

Der Meteor von Tscheljabinsk war am 15. Februar 2013 über dem russischen Ural zusehen.

© Viktoria Gorbunova

Schwalmstadt. Am 3.April 1916 schlug der 63 Kilogramm schwere Eisen-Meteorit im Wald in der Nähe von Rommershausen ein. Gefunden wurde der mächtige Brocken erst etwa ein Jahr später.

Der Marburger Naturwissenschaftler Alfred Wegener hatte den Einschlagsort mit einer Abweichung von nur rund einem Kilometer berechnet. Das gelang einem Wissenschaftler seinerzeit das erste Mal und brachte Wegener gar einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde ein.

Der als Militärmeteorologe im Ersten Weltkrieg im Elsass dienende Wegener war jedoch am Tag des Meteoritenfalls gar nicht in Marburg, hatte aber wenige Tage später Fronturlaub.

Wie er später auf die Spur des Meteoriten kam, beschrieb Wegener in einem kleinen im Marburger Elwert-Verlag erschienenen Büchlein.

Forscher berechnet den Aufschlagort bei Treysa

Das wertvollste Exponat: Peter Masberg zeigt den Meteoriten von Treysa, der sich im Mineralogischen Museum der Philipps-Universität Marburg befindet. Foto: Coordes/Archiv

Der Forscher, nach dem sich die Gesamtschule in Kirchhain im Jahr 1999 benannte, erfuhr von der Begebenheit und kam aufgrund der ersten Augenzeugenberichte sofort auf die Idee, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt haben musste.

Die Berichte hätten darauf hin gedeutet, dass der Fallort in Hessen gewesen sein musste. Wegener ließ in 14 Regionalzeitungen Aufrufe veröffentlichen, bei denen weitere Zeugen des Vorfalls gesucht wurden, erläuterte Masberg in seinem Vortrag. Außerdem befragte er noch weitere Augenzeugen auf Bauernmärkten. Aufgrund der nun gesammelten Aussagen berechnete Wegener die Fluggeschwindigkeit des Meteoriten und aufgrund der Windgeschwindigkeit an diesem Tag auch näherungsweise den möglichen Aufschlagort.

Dabei kam er dem späteren Fundort in einem Waldort bei Treysa sehr nahe.

Zweitschwerster Meteorit, der in Deutschland je gefunden wurde

Unter Forschern der ganzen Welt gilt der Meteorit heute als einer der ganz bedeutenden, und er hat den Namen „Treysa“ international bekannt gemacht. Das sagt Rudolf Auth, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Wissenschaftsgeschichte des Meteoriten befasst. Der 74-Jährige aus Hofbieber (Landkreis Fulda) sagt: „Es ist der zweitschwerste Meteorit, der in Deutschland je gefunden wurde.“ Er werde immer wieder chemisch und mineralogisch untersucht, es gebe ein ungebrochenes Interesse.

Bei dem Treffen an diesem Wochenende mit einer Vielzahl von Vorträgen werden Mitarbeiter vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt und Dr. Peter Masberg (Marburg), Leiter des Mineralogischen Museums der Philipps-Universität Marburg, dabei sein. Er gilt als Hüter des Treysa-Meteoriten, denn dort ist der weltbekannte Fund seit fast 100 Jahren verwahrt.

An der Stelle, an der heute noch ein etwa ein Meter tiefer Krater an den Einschlag erinnert, ließ der Knüllgebirgsverein Treysa einen Stein zur Erinnerung aufstellen und mit einer Bronzetafel versehen: Hier im Interessentenwald Rommershausen-Dittershausen ging am 3. April 1916 der „Meteorit von Treysa“ nieder. Er wurde am 6. März 1917 von Förster Huppmann, Rommershausen, gefunden.

Der Verein feiert das Jubiläum mit einer „Meteoritenparty“ im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Schwalmstadt-Rommershausen (diesen Samstag, 20 Uhr) und mit Wanderungen am Sonntag (10 Uhr und 11.15 Uhr) vom DGH zur Fundstelle.

von Anne Quehl

HINTERGRUND
Wann geschah das Ereignis?
 Am 3. April 1916 um 15.25 Uhr ging die feurige Kugel mit Donnerschall, einem leuchtenden Schweif und einer enormen Detonation zwischen Rommershausen und Treysa nieder. Über 100 Augenzeugen wurden von Wissenschaftlern später befragt.
Wurde der Meteorit also sofort entdeckt?
 Nein, trotz intensiver Suche dauerte das bis Herbst 1916. Ein Förster aus Rommershausen entdeckte schließlich 
den Krater westlich des Toden­bachs in der sogenannten „Dicks­hege“, das ist zwischen Frankenhain und Einrode.
Der Förster soll den Fundort zuerst geheim gehalten haben.
 Genau, bis zum Frühjahr 1917, denn inzwischen war 
eine hohe Belohnung von 300 Reichsmark ausgelobt worden, eine gewaltige Summe damals. Dabei hatte Professor 
Alfred Wegener die Einschlag­stelle bis auf knapp einen 
 Kilometer genau berechnet. Das wurde später als geniale Leistung eingestuft.
Wie bedeutend ist der Meteorit?
 Es ist der größte je in Hessen gefundene, nach wissenschaftlichen Angaben ist es der zweitschwerste Deutschlands.
Welche Daten kennzeichnen den Treysa-Meteoriten?
 Er wiegt 63,3 Kilogramm und hat einen größten Durchmesser von 36 Zentimetern.

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