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Hilferuf von Pakistanis:"Die Familie wurde zerstört"

Menschenrechte Hilferuf von Pakistanis:"Die Familie wurde zerstört"

Seit 2009 sitzt Asia Bibi in Pakistan im Gefängnis. Wegen angeblicher Gotteslästerung erwartet sie die Todesstrafe. Bei einem Infoabend im Gemeindehaus St. Peter und Paul baten ihre Familie und Freunde um Hilfe.

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Sie setzen sich europaweit für Asia Bibi ein: Daud Chand Chandary (von links), Eisham Ashiq und Joseph Nadeem. Foto: Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. „Mein Jesus gab sein Leben für mich hin, aber was hat euer Prophet für euch getan?“ - diese Frage soll Asia Bibi bei einem Streit mit zwei Musliminnen gestellt haben. Dafür erwartet die 33-jährige Christin und Mutter laut pakistanischem Blasphemiegesetz die Todesstrafe. Seit fünf Jahren sitzt sie im Gefängnis.

„Wir vermissen unsere Mutter“, sagt Bibis Tochter Eisham Ashiq schüchtern ins Mikrofon. „Unsere Familie wurde zerstört. Wir warten darauf, dass sie zurück kommt und die Familie wieder mit Leben füllt.“

Seit drei Wochen reist die 14-Jährige zusammen mit ihrem Vater Ashiq Masih und dem pakistanischen Menschenrechtsaktivisten Joseph Nadeem durch Europa, um auf das Schicksal ihrer Mutter aufmerksam zu machen. Zuletzt wurden sie von Papst Franziskus in einer Privataudienz in Rom empfangen. Der Kontakt nach Marburg fand über Daud Chand Chandary statt, der lange als Lehrer an der christlichen Schule in Lahore unterrichtete, an der Joseph Nadeem Direktor ist.

„Das pakistanische Blasphemiegesetz ist schlecht. Viele Menschen leiden darunter“ weiß Chandary. Auch er ist davon betroffen: Weil er sich weigerte, zum Islam zu konvertieren, musste der Katholik vor einem Jahr Pakistan verlassen und lebt nun übergangsweise in Goßfelden. „Ich bin hier, ich bin gerettet. Aber meine Familie ist noch dort und sie steckt in Schwierigkeiten“, sagt er unter Tränen. Um etwas gegen das Gesetz zu unternehmen und sich gezielt dafür einzusetzen, dass das Todesurteil gegen Asia Bibi aufgehoben und sie begnadigt wird, forderte Nadeem die rund 40 Zuhörer auf, Briefe an die Regierung zu schreiben und Petitionen zu unterschreiben. „Unterschriften sind viel wert, weil sie die Regierung unter Druck setzen. Jede Unterschrift zählt, aber auch jedes andere Zeichen der Solidarität“, so Nadeem.

Aktuelle Infos zu Asia Bibi gibt es im Internet unter missio-hilft.de/lebenszeichen

von Ruth Korte

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