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Hilfe bei der Rückkehr in den Beruf

Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie Hilfe bei der Rückkehr in den Beruf

Die ursprünglichen Räume der Bürgerinitiative (BI) Sozialpsychiatrie reichen für die Behandlung der Patienten nicht mehr aus. Deshalb ist die BI umgezogen.

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Michael Kessler (links) und Dr. Uwe-Friedrich Winkler freuen sich über die neuen Räumlichkeiten.Foto: Matthias Weber

Marburg. Beim Durchstöbern von alten Dokumenten, fand Dr. Uwe-Friedrich Winkler, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Bürgerinitiative (BI) Sozialpsychiatrie, ein altes Konzept von 1996. Dies war der Startschuss für ein Angebot der medizinisch-beruflichen Rehabilitation. Heute ist das Konzept weit fortgeschritten, so sehr, dass die Räume für eine erfolgreiche Behandlung der Patienten nicht mehr ausreichten. Zwar bleibt die Zentrale des Vereins weiterhin in der Biegenstraße, doch neue Räume in der Deutschhausstraße bieten bessere Bedingungen.

„Wir sind an unsere Kapazitätsgrenze gestoßen. Psychisch kranke Menschen brauchen unser Angebot; es ist notwendig“, sagt Dr. Winkler.

„Die Bedingungen am alten Standort in der Biegenstraße waren zuletzt zu beengt, sodass der Umzug nach vielen Jahren ein notwendig gewordener Entwicklungsschritt war“, sagte Michael Kessler, Geschäftsführender Vorstand der BI. Mit ihrem Angebot versucht die BI psychisch erkrankte Menschen in das soziale und berufliche Leben wieder einzugliedern. Das Ziel ist, dass die Patienten ihre Krankheit bewältigen können. Die Rehabilitanden müssen ausreichend belastbar für eine ambulante Maßnahme sein. Die Versorgungsregion erstreckt sich im Wesentlichen über den mittelhessischen Raum.

Wichtig für Patienten: Anschluss an Nahverkehr

„Wir machen verschiedene Angebote, zum Beispiel auch gemeinsame Feste. Wichtig ist für uns, dass wir mit den neuen Räumen immer noch in der Mitte der Stadt sind. Das ist auch wichtig für die Patienten, damit sie den Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr haben“, sagt Dr. Winkler. Neben Ärzten gehören Psychologen, Sozialarbeiter und Ergotherapeuten zum Mitarbeiterteam. „Wir haben sehr gute Erfolge erzielt, manche Patienten kommen immer wieder zu unseren Festen. Unsere Vernetzung mit Behörden ist ebenfalls gut.

So kann es Patienten, beispielsweise mittels Praktika, gelingen, ins Berufsleben zurückzukehren“, sagt Dr. Winkler.

Bereits 1999 fand die Stadt Marburg diese Initiative eine tolle Idee. Nach wie vor hat sich an dieser Einstellung nichts geändert. „Bereits Philipp der Großmütige legte den Grundstein für die Behandlung psychisch Erkrankter. Mit der Auflösung des Klosters in Haina, schuf er dort eine Einrichtung für psychisch erkrankte Menschen, weil sie ein normaler Bestandteil der Gesellschaft sind und behandelt werden müssen. Ein glückliches Leben besteht nämlich darin, wenn man eine sinnvolle Beschäftigung und ebenso die Wertschätzung anderer hat. Diese Einrichtung kann dafür einen großen Beitrag leisten“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

von Matthias Weber

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