Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Hier treffen sich echte Filmstars

Polizeioldtimer-Museum Hier treffen sich echte Filmstars

„Der Baader Meinhof Komplex“, „Das Wunder von Bern“, „Mogadishu“: Sie haben Rollen in den richtig großen Kino- und Fernsehproduktionen – die historischen Fahrzeuge des Marburger Polizeioldtimer-Museums.

Voriger Artikel
Heinrich Löwer bleibt Stadtverordnetenvorsteher
Nächster Artikel
Wann kommen die 12 Millionen?

Die BMW Isetta 250 ist einer der Publikumslieblinge im Marburger Polizeioldtimer-Museum. Das kleine Fahrzeug mit Motorradantrieb wurde in den 1960er Jahren von der Polizei genutzt – für Verfolgungsjagden war es jedoch kaum geeignet: Bei Tempo 85 ist Schluss.

Cyriaxweimar. 15. Juli 1971: Petra Schelm und ihr Begleiter geraten mit ihrem Auto in Hamburg in eine Fahrzeugkontrolle. Das gesuchte RAF-Mitglied ergreift die Flucht, es wird verfolgt und schließlich aufgehalten. Gezeigt wird diese Szene im Film „Der Baader Meinhof Komplex“ aus dem Jahr 2008. Schelm – gespielt von Alexandra Maria Lara – steigt aus ihrem Fahrzeug und schießt in Richtung eines VW Käfer der Polizei. Ihr gelingt zunächst die Flucht, später wird sie jedoch von Polizisten aufgespürt und kommt bei einem Schusswechsel ums Leben.

Der VW Käfer gehört, ebenso wie vier weitere im Film gezeigte Fahrzeuge, dem Polizei-Motorsport-Club (PMC) Marburg. Wenn für eine Filmproduktion historische Polizeifahrzeuge benötigt wird, ist der Verein erster Ansprechpartner. Oldtimer selbst zu rekonstruieren, würde die Filmfirmen viel Geld kosten, da greifen sie gerne auf vorhandene Polizeiautos zurück – und davon hat wohl kein Verein und keine Privatperson eine größere Sammlung: Fast 80 historische Polizeifahrzeuge – darunter auch einige „Gag“-Autos – hat der Verein in den Hallen des 1. Deutschen Polizeioldtimer-Museums auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände an der Kreisstraße 69 nahe des Stadtteils Cyriaxweimar gesammelt. „Die Mehrzahl war irgendwann schon einmal in Filmen zu sehen“, sagt Eberhard Dersch, Vorstandsmitglied und Sprecher des PMC. In „Das Wunder von Bern“ sei beispielsweise ein Opel Rekord P1 aus dem Jahr 1958 zu sehen gewesen.

Mit genau diesem Opel hatte 1991 alles angefangen. „Das Auto stand in einer Garage“, erinnert sich Dersch. Die Mitglieder des erst ein Jahr zuvor gegründeten PMC nahmen sich des Oldtimers an und restaurierten das Fahrzeug liebevoll in über 400 Arbeitsstunden. Bei Auftritten der Polizeikradstaffel – dem ursprünglichen Kernbereich des Vereins – wurde der erste Polizeioldtimer schnell zum Publikumsmagnet. „Dann hat uns die Sammlerleidenschaft gepackt“, erzählt der Polizeibeamte. Dutzende weitere Fahrzeuge kamen in den folgenden Jahren hinzu. „Relativ schnell entstand auch die Idee, ein Museum zu gründen“, sagt Dersch.

Zum zehnten „Geburtstag“ des PMC war es im Jahr 2000 dann so weit: Auf einem Teil des ehemaligen Bundeswehrgeländes bei Cyriaxweimar – kurz zuvor durch den Verein gekauft – fanden die Oldtimer ihren Platz und das erste Museum seiner Art wurde eröffnet. „Um die Gefahr auszuschließen, dass wir irgendwann wieder vertrieben werden, haben wir hier alles gekauft“, sagt Dersch beim Rundgang über das weitläufige Gelände, zu dem sogar ein Teil eines Naturschutzgebietes gehört: „So etwas hat wohl kein anderes Automuseum.“

Das 1. Deutsche Polizeioldtimer-Museum öffnet am Sonntag, den 17.4., von 11 bis 17 Uhr zum ersten Mal in diesem Jahr für Publikum. Weitere Öffnungstage 2011 sind der 15. Mai, 19. Juni, 7. August (mit Sommerfest), 18. September und 16. Oktober.

von Stefan Weisbrod

Mehr lesen Sie am Samstag in der gedruckten OP und bereits am Freitagabend auf Ihrem iPad.

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr