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Hessen Mobil weist Vorwürfe zurück

Unfallbeseitigung Hessen Mobil weist Vorwürfe zurück

Die für die Arbeiten an heimischen Straßen zuständige Landesbehörde Hessen Mobil wehrt sich gegen die Vorwürfen des Kreisfeuerwehrverbands.

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Aufräumen nach dem Unfall: Aufgabe der Feuerwehr, oder Aufgabe von Hessen Mobil? Die freiwillige Fuerwehr sieht sich von den hauptamtlichen Straßenmeistern von Hessen Mobil ausgenutzt.

Quelle: Nadine Wiegel

Marburg.  Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute sehen sich als „Hilfsarbeiter von Hessen Mobil missbraucht“, weil sie die  Ladung des verunglückten Lkw bargen, während sich die hauptamtlichen Straßenmeister von Hessen Mobil Pflegearbeiten an der gesperrten Straße widmeten.

„Wir weisen die Vorwürfe, die seitens der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Biedenkopf gegen uns erhoben werden, entschieden zurück. Hessen Mobil hat die Aufträge der Unfalleinsatzleistung voll ausgeführt.“ Mit diesen Worten tritt die für die Straßen zuständige Landesbehörde der Kritik durch den Kreisfeuerwehrverband in Bezug auf die Räumung der Unfallstelle auf der B62 bei Göttingen am Montag entgegen.

Der Kreisfeuerwehrverband hatte kritisiert, dass die ehrenamtlichen Helfer der Wehren von der Nacht zu Montag bis zum Abend an der Unfallstelle im Einsatz waren, während die hauptberuflichen Mitarbeiter von Hessen Mobil die Sperrung der Straße genutzt hatten, um Mäharbeiten und Reparaturen an einer Brücke vorzunehmen.

Hessen Mobil schilderte den Ablauf in einer Pressemitteilung gestern so: „Im Rahmen der Notdienstrufbereitschaft wurde der Bereitschaftsdienst von Hessen Mobil um circa 2 Uhr seitens der zuständigen Einsatzleitung bezüglich des Lkw-Unfalls angerufen. Die Einsatzleitung verzichtete jedoch aufgrund des erheblichen Umfangs der erforderlichen Absperrungsarbeiten auf die Unterstützung der Notdienstrufbereitschaft von Hessen Mobil.“ Und weiter: „Am nächsten Morgen wurden die noch erforderlichen Absperrmaßnahmen und weitere Hilfeleistungen von der Straßenmeisterei Marburg im Auftrag der Unfalleinsatzleitung erbracht. Darüber hinaus wurde Hessen Mobil seitens der Einsatzleistung nicht aufgefordert, weitere Hilfeleistungen zu erbringen oder den Einsatz der Feuerwehr noch zusätzlich zu unterstützen. Die Straßenmeisterei Marburg hat daher im Anschluss an die erfüllten Aufträge im Rahmen des Unfalls ihr Tagesgeschäft wieder aufgenommen, zu dem unter anderem auch Mäharbeiten zählten.“

Aussage gegen Aussage

Damit steht in dem Streit nun Aussage gegen Aussage. Denn der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Lars Schäfer, legte gestern im Gespräch mit der OP in Reaktion auf die Hessen-Mobil-Erklärung nach. Er habe mit sämtlichen am Unfallort tätigen Einsatzleitern gesprochen, diese hätten bestätigt, dass es während des Einsatzes „weder persönlichen noch telefonischen Kontakt mit Hessen Mobil“ gegeben habe. Erst gegen 7.30 Uhr sei ein Mitarbeiter von Hessen Mobil zur Unfallstelle gekommen, habe aber ebenfalls nicht mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr gesprochen, sondern nur mit dem Entsorger, so Schäfer.

Schäfer bleibt dabei, dass Hessen Mobil in der Nacht nicht einsatzbereit war. Die Polizei habe aus diesem Grund gegen 3 Uhr nachts sogar Absperrschilder beim Lahntaler Bauhof angefordert, weil Hessen Mobil erst ab 7.30 Uhr erreichbar sei. Das bestätigt Polizeisprecher Jürgen Schlick zum Teil. Die Polizisten hätten die Rufbereitschaft von Hessen Mobil erreicht, allerdings auf deren Einsatz verzichtet, weil dort zu dieser Zeit nur ein einziger Mitarbeiter in Bereitschaft war, so Schlick. Schäfers Fazit fällt dennoch deutlich aus: „Es ist falsch, dass die Feuerwehr die Hilfe von Hessen Mobil abgelehnt hätte. Diese hätten sich aktiv an der Schadensbewältigung beteiligen müssen. Stattdessen haben wir die Arbeit von Hessen Mobil gemacht.“

von Michael Agricola

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