Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regen

Navigation:
"Herz-Check" für Athleten

Special Olympics "Herz-Check" für Athleten

Vom 7. bis 9. Juli finden in Marburg die ersten Landesspiele von Special Olympics (SO) Hessen statt. Mehr als 1000 Menschen mit und ohne Behinderung werden erwartet.

Voriger Artikel
Auferstehung aus Ruinen?
Nächster Artikel
Straßenlärm laut wie ein Rasenmäher

Special Olympics im Georg-Gaßmann-Stadion in Marburg: Stefan Steiger (Silber, von links), Enrico Hochmuth (Gold) und Moritz Hachemeister (Bronze).

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Einen großen Schritt in Richtung Inklusion wollen die Veranstalter der 1. hessischen Landesspiele der SO in Marburg gehen. Rund 700 geistig behinderte Athleten aus Marburg und Umgebung wie den Lahnwerkstätten Marburg, dem Kerstin-Heim, Wohneinrichtungen der Lebenshilfe, Hinterländer Werkstätten und Förderschulen im Kreis Marburg-Biedenkopf werden am 7. Juli an den Start gehen. Die Wettbewerbe, die im Georg-Gaßmann-Stadion, der Großsporthalle der Kaufmännischen Schulen und im AquaMar durchgeführt werden, finden in sechs Sportarten statt: Fußball, Leichtathletik, Boccia, Tennis, Tischtennis, Judo und Schwimmen. Zusätzlich werden wettbewerbsfreie Sportaktivitäten angeboten, an denen sich auch Marburger Bürger beteiligen können. Auch im Mannschaftssport können sich NichtBehinderte beteiligen.

Special Olympics ist mehr als nur Sport

„Wir möchten behinderte Menschen in die Lage versetzen, dass sie in den Vereinen willkommene Mitglieder sind“, fasst Bernhard Conrads von SO Deutschland das Anliegen des Sportwettbewerbs zusammen. Neben zahlreichen sportlichen Aktivitäten werden den Teilnehmern auch kostenlose und umfassende Gesundheitsberatungen und Kontrolluntersuchungen geboten. „Menschen mit geistiger Behinderung haben ein um 40 Prozent höheres Risiko für zusätzliche gesundheitliche Einschränkungen wie Übergewicht, falsche Ernährung, aber auch Karies und Paradontalerkrankungen“, weiß der Stadtallendorfer Zahnarzt Herbert Köller. Bei den Hessenspielen werden Köller und sein Team im Rahmen des SO-Gesundheitsprogramms „Healthy Athlets“ („Gesunde Athleten“) Zahnputzübungen, aber auch Untersuchungen und Beratungen mit den Athleten durchführen.

Zum ersten Mal weltweit „Herz-Checks“ angeboten

Erstmals weltweit findet zudem in Zusammenarbeit mit der Universität Marburg unter der Leitung von Professor Bernd Maisch ein „Herz-Check“ statt. „Ein gesundes Herz ist für Sportler sehr wichtig“, weiß Maisch. 5 bis 23 Prozent geistig behinderte Menschen leiden unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Mithilfe von EKG und Echokardiographie möchte er über die festgestellte Sporteignung hinaus Herzuntersuchungen durchführen. 233 Athleten haben sich bereits dafür angemeldet. Die hohe Zahl der Nachfrage lässt auf einen hohen Bedarf schließen. „Die Nachversorgung vom Kindes- ins Erwachsenenalter fehlt bei geistig Behinderten oft, weil viele Probleme haben, ihren gesundheitlichen Zustand selbstständig zu beurteilen und mitzuteilen. In Arztpraxen sind sie auch manchmal nicht die willkommensten Patienten“, bedauert Conrads, der über 30 Jahre lang für die in Marburg und Berlin ansässige Bundesvereinigung Lebenshilfe tätig war. „Wir müssen diese Lücke schließen“, fordert er.

von Ruth Korte

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr