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Herr Zachow, hat die Fliege ausgedient?

Nach der Wahl Herr Zachow, hat die Fliege ausgedient?

Rums! Das hat gesessen. Am Ende reichte es noch nicht einmal für tröstende 40 Prozent. Marian Zachow hatte in der Stichwahl gegen Kirsten Fründt keine Chance.

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Marian Zachow am Sonntagabend bei der Wahlparty im Landratsamt. Beim Blick auf die Zwischenergebnisse schwant ihm schon, dass er gegen Kirsten Fründt verlieren wird.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. 60,6 zu 39,4 Prozent. „Ja das ist ein deutliches Ergebnis“, gab Marian Zachow gestern unumwunden zu. Und mehr noch: Es gab letztendlich keine Chance, zu gewinnen. Wie das? „Der Wähler ist zu eigenständig, als dass man ihm etwas vorschreiben sollte oder könnte.“ Und weiter: „Selbst wenn CDU und Grüne sich auf einen Kandidaten geeinigt hätten, hätte es gegen Kirsten Fründt wohl nicht gereicht. Das zeigte schon der erste Wahlgang, bei dem das Ergebnis von Dr. McGovern und mir zusammen auch nicht 50 Prozent ergeben hat.“

Zachow will dieses Statement allerdings nur in Bezug auf Kirsten Fründt verstanden wissen. „Sie hat einen guten und für die Menschen überzeugenden Wahlkampf abgeliefert. Als weiblicher Kandidat hat sie sicher auch noch bei den Grünen mehr punkten können, weil diese von Hause aus gerne auch Frauen in Führungspositionen sehen.“ Zachow interpretiert die Wahlergebnisse zudem noch dahingehend, dass aufgrund der Bundestagswahl und der Landtagswahl keine wirkliche kommunalpolitisch ausgerichtete Stichwahl stattfand.

„Die Grünen wollten im Bund wie auch in Hessen einen Wechsel. Da fällt es sicher etwas schwer, im gleichen Atemzug bei der Landratswahl einen CDU-Kandidaten zu wählen.“ Das können alles Gründe sein, doch Zachow stellt dazu noch einmal heraus, dass es Kirsten Fründt einfach besser gelungen sei, mit Sympathie und einer guten Leistung im Wahlkampf die Menschen für sich zu gewinnen. Basta. Er akzeptiert die Niederlage, auch wenn er sich wenigstens mehr als 40 Prozent der Stimmen gewünscht hätte.

Den gestrigen Tag nutzte Zachow dazu, den Wahltag und seine Konsequenz sacken zu lassen. Dazu suchte er unter anderem auch die Ruhe des Waldes, in dem er einen ausgedehnten Spaziergang machte. „Ich habe aber schon mit der Landeskirche gesprochen und gehe davon aus, am 6. Oktober den Erntedank-Gottesdienst in Caldern zu halten“, so Zachow, der damit deutlich macht, seinen ursprünglichen Beruf als Pfarrer weiter ausüben zu wollen und dies gern auch wieder in Caldern.

Am nächsten Sonntag wird dort wie überall in der Landeskirche auch wieder eine Wahl sein, nämlich die Kirchenvorstandswahl. Schon da wird Zachow wieder aktiv sein: als ganz normaler Wahlhelfer. Und was ist jetzt mit der Fliege, die Zachow nur trägt, wenn er politisch unterwegs ist? „Sie hat noch nicht ausgedient. Ich bin noch Kreisvorsitzender der CDU-Arbeitnehmerschaft und Mitglied des CDU-Kreisvorstandes.“ Aha.

Und schielt er vielleicht doch noch auf ein politisches Amt, etwa auf die Position des Vize-Landrats? „Entschieden nein.“ Das sei nicht sein Ding. „Wir haben in Karsten McGovern einen Ersten Kreisbeigeordneten und ich sehe da auch keine Änderung. Für mich persönlich gibt es diesbezüglich keinen politischen Plan B.“

Weitere Stimmen zu Kirsten Fründts Wahl zur Landrätin.

von Götz Schaub

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Gratulation und Respekt

Peter Eidam, Dr. Karsten McGovern, Sandra Laaz, Kai-Uwe-Spanka und weitere Politiker zur Wahl Kirsten Fründts zur Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf:

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