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Herausforderung für den Schulfrieden

G8/G9-Abstimmung Herausforderung für den Schulfrieden

„Outet Euch auf keinen Fall“ ist der Rat an die „Abweichler“ an der Martin-Luther-Schule, die gegen die Rückkehr zu G9 gestimmt haben.

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Das Gymnasium Philippinum ist eine von nur zwei Schulen in Hessen, bei der die derzeitigen Sechstklässler zu G9 zurückkehren können.

Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter

Marburg. Die 100 Prozent sei eine stolze Hürde gewesen, wie Karl Goecke, Schulleiter der Martin-Luther-Schule (MLS), im Schul- und Kulturausschuss einräumte. Diese absolute Zustimmung der betroffenen Elternschaft wäre aber notwendig gewesen, um eine Rückkehr der jetzigen Sechstklässler zu G9 zulassen zu können.

Zwei Schulen in Hessen erreichen die 100 Prozent

Drei Gegenstimmen gab es jedoch bei der Elternbefragung, 79 stimmten dafür (die OP berichtete) - eine schwierige Situation für den Schulfrieden, so Goecke. „Natürlich ist es für die Eltern enttäuschend, dass irgendwo drei von ihnen sitzen, die sich vorher nicht den Diskussionen gestellt und dann mit Nein gestimmt haben“, sagte der Schulleiter der MLS.

Der Aufwand im Vorfeld sei erheblich gewesen, um alle Eltern in ein Boot zu holen. Probehalber wurde im Vorfeld abgestimmt, jeweils mit positivem Ausgang. Das Ergebnis sei deshalb umso enttäuschender. „Die Eltern haben aufgeschrien“, sagte Goecke. Jetzt gelte es, die Wogen in der Elternschaft möglichst zu glätten.

Die leitende Schulamtsdirektorin, Heike Grosser, rät den „Abweichlern“ in jeden Fall, sich nicht öffentlich zu bekennen. „Outet Euch auf keinen Fall“, sagte Grosser, die ansonsten auch negative Folgen für die Schüler befürchtet. Wie Goecke appellierte Grosser, den Blick nach vorne zu richten. „Jetzt müssen wir es so nehmen, wie es ist und den Schülern eine bestmögliche Schulzeit gestalten.“

Wie hoch die Hürde Rückkehr zu G9 für die derzeitigen Sechstklässler wirklich war, zeigt der hessenweite Vergleich: Nur zwei Schulen in Hessen erreichten eine 100-prozentige Zustimmung: Das Marburger Philippinum und eine kleinere kooperative Gesamtschule. Bei vielen anderen Schulen lag die Zustimmung deutlich über 90 Prozent.

Die Elisabethschule hatte nach einem Beschluss der Gesamtkonferenz eine Befragung abgelehnt. Der Schulleiter Tobias Meinel begründete dies mit entschiedenen Gegnern einer Rückkehr zu G9 in der Elternschaft.

von Andreas Arlt

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