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Helm mindert Unfallfolgen

OP-Serie: "Sicher durch den Sommer" Teil 4 Helm mindert Unfallfolgen

Das größte Risiko bei Fahrradunfällen besteht in schweren Verletzungen des Kopfes und des Gehirns.

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Der Anteil der Schwerverletzten liegt bei behelmten Radfahrern bei zwei Prozent, im Vergleich dazu jedoch bei 17 Prozent, wenn kein Helm getragen wurde verraten unsere Experten.

Quelle: dpa

Marburg. Das Radfahren ist eine Sportart aller Altersgruppen, wobei es immer wieder zu mitunter schweren Unfällen kommt, die ernste Folgen für die Betroffenen und deren Familien mit sich bringen können.
In Deutschland kommt es zu den meisten Unfällen in den Sommermonaten von Mai bis September. Kinder und Jugendliche sind übermäßig häufig unter den Unfallopfern.
Das sogenannte Schädel-Hirn-Trauma (SHT), das heißt Verletzungen mit Beteiligung des Kopfes und des Gehirns, ist eine der häufigsten Verletzungsarten bei Fahrradunfällen und eine häufige Ursachen für Tod und Behinderung bei jungen Erwachsenen.

Je nach Art und Stärke der einwirkenden Kräfte kommt es zu unmittelbaren Verletzungen der Kopfhaut, des Schädelknochens und des Gehirns selbst, wobei Einblutungen in das Gehirn durch eine Druckerhöhung im Kopf auch mit zeitlicher Verzögerung zu lebensbedrohlichen zusätzlichen Hirnschädigungen führen können. 40 Prozent der schwerverletzten Patienten versterben an den Unfallfolgen, bei weiteren 40 Prozent bleiben moderate bis schwere Behinderungen bestehen. Jedes Jahr sterben in Deutschland fast 400 Fahrradfahrer, somit kommt auf vier getötete PKW-Fahrer ein verstorbener Radfahrer.
Die ernsten Folgen einer schweren Schädel-Hirnverletzung betonen die Notwendigkeit der Einhaltung und ständigen Verbesserung von geeigneten Sicherheitsmaßnahmen. Dabei können beim Fahrradfahren bereits durch das Tragen eines Fahrradhelms die Folgen eines Unfalls deutlich gemindert werden.

Helm wird häufig nicht akzeptiert

Der Anteil der Schwerverletzten liegt bei behelmten Radfahrern bei zwei Prozent, im Vergleich dazu jedoch bei 17 Prozent, wenn kein Helm getragen wurde. Der Fahrradhelm bietet Schutz als zusätzliche Knautschzone am Kopf des Radsportlers, die Aufprallenergie auf den Kopf wird deutlich gedämpft.

Die äußere glatte Fläche des Helmes führt zum besseren Abgleiten an der Kontaktfläche, der Hartschaum darunter trägt zusätzlich zur Reduktion der Stoßenergie durch Verformung bei. Dies vermeidet oder verringert zumindest die Schädel-Hirnverletzung und kann so oftmals das Leben eines Menschen retten oder eine schwere Körperbehinderung verhindern. Trotz vieler Aufklärungskampagnen ist die Akzeptanz desFahrradhelms jedoch besonders bei Erwachsenen noch völlig ungenügend.

Während immer mehr Länder das Tragen eines Fahrradhelmes gesetzlich vorschreiben, darf trotz der bewiesenen Schutzwirkung in Deutschland immer noch darauf verzichtet werden.
Kommt es einmal zu einem Fahrradunfall, müssen einige wenige Regeln beachtet werden, um bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes richtig zu helfen.

  • Sichern Sie zuallererst den Unfallort ab, damit kein nachfolgender Verkehr den Verunfallten und Sie selbst gefährdet.
  • Rufen Sie den Rettungsdienst über den Notruf 112, bei der Notrufabfrage werden die notwendigen Informationen für den Rettungsdiensteinsatz erfragt, und Sie erhalten bereits erste Hinweise.
  • Belassen Sie einen verletzten Radfahrer in seiner Auffinde-Position, um mögliche Verletzungen nicht zu verschlimmern. Lediglich bewusstlose Personen mit vorhandener Atmung sollten in Seitenlage verbracht werden.
  • Verbinden Sie stark blutende Wunden und decken Sie den Verunfallten zu, denn selbst im Sommer droht bei Schwerverletzten eine Auskühlung.

Von Dr. Furat Raslan, Professor Dr. Christopher Nimsky, und Professor Dr. Clemens Kill

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