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Helle neue Station als Interimslösung

Kinder- undJugendpsychiatrie Helle neue Station als Interimslösung

Die neue Station D der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uni-Klinikums wurde gestern eingeweiht.

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In der neuen Jugendlichen-Station der Klinik am Ortenberg präsentiert sich das Stationsteam mit Daniela Schwamhofer, Eva Möller (vorne von links), Oberarzt Dr. Andreas Thum (Zweiter von rechts) und Stationsleiter Thomas Krämer (rechts). Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es ist eine Interimslösung: Die Jugendlichen-Station, die nun sechs zusätzliche Betten hat, ist bis zum neuerlichen Umzug in den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie im dritten Stockwerk des Haupthauses im Psychiatriegebäude am Ortenberg untergebracht. Insgesamt hat die Station D, in der vorwiegend Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren aufgenommen werden, nunmehr eine Kapazität von 12 Betten. Damit stehen jetzt für die Kinder- und Jugendpsychiatrie vier Stationen mit 60 Betten zur Verfügung, erläuterte Professorin Katja Becker, die Leiterin der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie gestern bei der offiziellen Feier vor geladenen Gästen.

Becker freut sich schon auf den Neubau und hofft, dass die Bagger für dieses große Bauprojekt im Frühjahr 2015 anrollen werden. Dann sollen die bisher in zwei verschiedenen Gebäuden untergebrachten Stationen alle in einem Haus zusammengefasst werden.

Dafür muss das Uni-Klinikum Gießen und Marburg (UKGM) noch einmal richtig Geld in die Hand nehmen. Noch rund 30 Millionen Euro sollen in die Sanierung und den Umbau am Klinikum-Standort Ortenberg investiert werden, kündigte Dr. Gunther Weiß, der Kaufmännische Geschäftsführer des Uni-Klinikums Marburg an. Davon entfällt ein Teil auch auf die Renovierung der Stationen der Erwachsenen-Psychiatrie. Bisher seien bereits vier Millionen Euro ausgegeben worden, sagte Weiß. Katja Becker hofft, dass durch die zusätzliche Bettenkapazität die Warteliste, auf der rund 60 junge Patienten stehen, deutlich reduziert werden kann. Der Versorgungsauftrag der Klinik umfasst die Kreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Wetterau. Die Zahl der psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen gestiegen. Fast 80 Prozent in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind Jugendliche, darunter sind doppelt so viel junge Frauen wie junge Männer. Emotionale Störungen und Depressionen sind die häufigsten Störungen bei den jungen Frauen, bei den männlichen Jugendlichen sind es meistens schwere Verhaltensauffälligkeiten, die behandlungsbedürftig sind.

Landrätin Kirsten Fründt (SPD) freute sich in einem Grußwort, dass die neue Station auch positive Auswirkungen auf das Familienleben der betroffenen Familien und die schulische Leistung der Jugendlichen haben können. Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) wertete den Stationsbau und die Ankündigung des Neubaus auch als klare Standort-Entscheidung durch das UKGM. Vaupel betonte, dass auch Kinder und Jugendliche mit seeelischen Erkrankungen das Recht auf eine zweite Chance hätten.

Das Stationskonzept erläuterterten Oberarzt Dr. Andreas Thum und Thomas Krämer, der verantwortliche Stationspfleger. Die Station hat 12 Betten und zwei Überwachungsräume. Sie ist hell und freundlich gestaltet. Farbmäßig überwiegen helle Beige- und Orange-Töne. Auch einige Bilder an den Wänden auf dem Stationsflur sollen den wohnlichen Charakter unterstreichen. In der kommenden Woche soll der Stationsbetrieb aufgenommen werden.

von Manfred Hitzeroth

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