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Hein zufrieden mit Leistungen in Flüchtlingsarbeit

Bischofsbesuch im Kirchenkreis Hein zufrieden mit Leistungen in Flüchtlingsarbeit

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, glaubt, dass die Kirche ihrer Verantwortung für die Geflüchteten gerecht wird.

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Dekan Burkhard zur Nieden (2. von links), Propst Helmut Wöllenstein (3. von links) und Bischof Martin Hein (5. von rechts) besuchten haupt- und ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit in Cappel. Auf der Nähmaschine nähen und ändern sich Flüchtlinge zum Teil ihre Kleidung.

Quelle: Karl-Günther Balzer

Marburg. „Es hat mich ausgesprochen angesprochen“: So fasste der Bischof seine Eindrücke nach dem Besuch des Evangelischen Jugendhauses in Cappel zusammen. Jugendliche und Betreuer suchen hier den Kontakt zu Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung in Cappel, versuchen ins Gespräch zu kommen und konkret zu helfen, wo sie können.

„So wie hier in Cappel gibt es sehr viele Initiativen in der gesamten Landeskirche, die sich ehrenamtlich für Geflüchtete engagieren“, sagte Hein nach dem Besuch. Die Landeskirche habe insgesamt eine Million Euro für solche „unmittelbaren Projekte“ zur Verfügung gestellt und in ihren Immobilien 500 Plätze für die Unterbringung zugewiesener Flüchtlinge geschaffen.

Ebenso wichtig, ergänzte der Propst des Kirchensprengels Waldeck-Marburg, Helmut Wöllenstein, sei der Beitrag der Evangelischen Kirche bei der Schaffung eines gesellschaftlichen Klimas, in dem Flüchtlinge willkommen sind. „Es geht darum, Haltung zu zeigen“, sagte Wöllenstein. In Marburg sei dies gelungen.

Kirchenkreis hat sich seit 2000 verändert

Zum zweiten Mal in seiner Amtszeit hatte der Bischof den Kirchenkreis Marburg besucht und dessen Einrichtungen in einem dreitägigen Mammutprogramm kennengelernt. „Es ist ein anderer Kirchenkreis als bei meinem ersten Besuch 2000“, sagte Hein auch mit Blick auf die Fusion der heimischen Kirchenkreise Marburg-Stadt und Marburg-Land zum 1. Januar 2012. Der Kirchenkreis habe die „Fusionserwartungen gut erfüllt“, sagte Dekan Burkhard zur Nieden. „Wir sind durch die Fusion zwar nicht billiger, aber klüger geworden.“

21 Termine in 34 Zeitstunden absolvierte der Bischof während seines Besuchs, berichtete zur Nieden. Dabei informierte sich Hein über das kirchliche und kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in der Stadt und der Region. Unter anderem besuchte er die diakonischen Einrichtungen des Kirchenkreises wie die Tagesanlaufstätte für Obdachlose, Kindertagesstätten, Einrichtungen der Jugendarbeit, der Betreuung von Flüchtlingen, der Telefonseelsorge und eines Wohnprojektes für Senioren.

Religionskritische Bevölkerung erwarte Diakonie

Hein zeigte sich zufrieden darüber, dass das Diakonische Werk Marburg inzwischen mit dem Diakonischen Werk Biedenkopf fusioniert ist zum Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf - „sogar über die Grenzen der Landeskirche hinaus“. Wöllenstein sagte, die Diakonie werde im Kirchenkreis zu Recht großgeschrieben, „sie wird von der religionskritischen Bevölkerung erwartet.“

Wie auch andere Kirchengliederungen muss der Kirchenkreis Marburg auf die Herausforderungen des demographischen Wandels reagieren. Im Zuge der Bischofs-Visitation ging es deswegen unter anderem auch darum, dass der Kirchenkreis Marburg Immobilien für die nichtkirchliche Nutzung abgeben könnte. Eine Entscheidung über einzelne Projekte stehe bevor, sagte Propst Wöllenstein.

von Till Conrad

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