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Heimische Kräfte kommen am Samstag zurück

Fluteinsatz Heimische Kräfte kommen am Samstag zurück

Am Ende ihres ersten Hilfseinsatzes hatten die Frauen und Männer aus den heimischen Feuerwehren, vom DRK undder DLRG im brandenburgischen Mühlberg noch einige kritische Situationen zu überstehen.

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Quelle: Bernd Settnik

Mühlberg. Am heutigen Samstag sollen die Katastrophenschützer aus dem Kreis von Kräften aus dem Main-Kinzig-Kreis abgelöst werden, versicherte gestern Mark Kohlbecher, Sprecher des Hessischen Innenministeriums, das für die Koordination der hessischen Fluthelfer zuständig ist. So war am Freitag auch der Stand von Feuerwehrsprecher Stephan Schienbein. Weitere Kräfte aus dem Landkreis würden möglicherweise dann wieder ab dem 12. Juni angefordert, so Kohlbecher weiter. Bislang geht man in Wiesbaden davon aus, dass hessische Helfer auf jeden Fall bis 16. Juni in Ostdeutschland bleiben werden.

Hilfe bis mindestens 16. Juni

Das derzeitige Personal werde bereits heute zu großen Teilen mit neuen Hilfskräften aus Hessen ausgetauscht. Zirka 500 Männer und Frauen werden dann bis Mittwoch an den bisherigen Standorten an der Elbe eingesetzt. Am Mittwoch soll dieser zweite Trupp abgelöst werden von neuem Personal. Laut der Technischen Einsatzleitung der hessischen Kräfte in Dresden könnten dabei auch Freiwillige eingesetzt werden, die jetzt in Sachsen helfen.

Bis zu ihrer Abreise stellten sich die Helfer aus dem Landkreis in Mühlberg auf einige harte Stunden ein. Am Freitagnachmittag hatte der Krisenstab entschieden, dass die Stadt nicht mehr sicher sei und die Bevölkerung evakuiert werden müsse. An mehreren Stellen sickerte Wasser durch die Deiche, es war nicht klar, ob die Dämme halten würden.

Schon in der Nacht zu Freitag hatten die Helfer einen Deichbruch verhindern können, berichtete Schienbein. Gemeinsam mit örtlichen Helfern und der Bundeswehr bewegten die heimischen Helfer insgesamt 25000 Sandsäcke. „Das war schon eine sehr kritische Situation“, so Schienbein gegenüber der OP. „Wir hatten unsere Fahrzeuge fahrbereit in Fluchtrichtung geparkt, falls wir schnell wegmüssen.“ Gemeinsam gelang es aber, den Deich zu stabilisieren. „Das war ein großes Erfolgserlebnis, das uns zusätzlich motiviert hat.“

Bevölkerung sehr dankbar

Die rund 200 Helfer aus Marburg-Biedenkopf und dem Vogelsbergkreis waren in einer Turnhalle im brandenburgischen Grenzort Falkenberg untergebracht. Von dort aus ging es für sie täglich ins rund 30 Kilometer entfernte Krisengebiet Mühlberg, am Freitag in den Stadtteil Martinskirchen.

„Die Unterkunft hier ist in Ordnung“, sagt Schienbein. Wie viele andere hessische Hilfskräfte ist auch er überrascht und erstaunt über die Dankbarkeit und Unterstützung der Bevölkerung vor Ort. „Uns wurden zum Beispiel in Dresden Pizzen von Anwohnern spendiert, viele haben sich bei uns für unsere Hilfe bedankt“, sagt der Kreisfeuerwehrsprecher.

  • Die Fachgruppe Räumen des THW Ortsverbands Marburg ist immer noch in Torgau eingesetzt und dem dortigen Ortsverband zugewiesen. Zurzeit füllen und verladen sie so genannte Bigbags. Das sind Sandsäcke mit etwa einem Kubikmeter Fassungsvermögen, die gefüllt gut 1,6 Tonnen schwer sind. Mit den Bigbags werden genauso wie mit Sandsäcken die Deiche gesichert. Die ehrenamtlichen Helfer der Fachgruppe können ihre Spezialisierung und ihr Gerät effektiv zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe einsetzen. Ein Ende der Arbeiten sei jedoch nicht absehbar, hieß es.

Alle gesammelten Informationen zu dem Thema lesen Sie hier:

von Michael Agricola und Stephan Klingbeil

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