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Heim für „des Pastors schwarze Taube“

Dohlen-Nisthilfen Heim für „des Pastors schwarze Taube“

Dohlen werden vielerorts mit negativen Attributen verbunden, galten früher sogar als Hexenvögel. Dabei verfügt „des Pastors schwarze Taube“ über ein ausgeprägtes Sozial­leben und ist äußerst intelligent.

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Im Glockenturm der Markuskirche sind zwei Nistkästen für Dohlen angebracht worden.

Quelle: Rike Werner

Marbach. Sollten die typischen „Kjak“- oder „Schack“-Rufe der Dohlen in der Zukunft häufiger in der Marbach zu hören sein, bedeutet das, dass die neuen Nistkästen Mieter gefunden haben.

Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und mit der Unteren Naturschutzbehörde Marburg brachte der Kirchenvorstand der Markuskirche im Glockenturm der Kirche zwei neue Nistplätze für die Singvögel an.

In Zukunft sollen zwei weitere hinzukommen. Weil Dohlen gerne in Kolonien brüten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die schwarz gefiederten ­Vögel einziehen, größer, wenn mehrere Nistplätze aufgestellt sind. „Aus dem Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung heraus kommt uns als Besitzer eines solchen Gebäudes eine gewisse Verantwortung zu“, betonte Holger Brusius vom Kirchenvorstand.

Durch Lebensraumverlust sind die Dohlen mittlerweile stark gefährdet, in einigen Regionen Deutschlands sogar vom Aussterben bedroht. Als Höhlenbrüter nisten die kleinsten Vertreter der Rabenvögel besonders gerne in Gebäudenischen, Mauerlöchern, Kirchtürmen und Dachnischen. Doch diese Nistplätze gehen dem Singvogel häufig verloren. „Immer mehr Gebäude werden saniert, abgerissen und dichtgemacht. Dadurch werden den Dohlen die Brutplätze versperrt“, sagte Jürgen Engel vom Nabu.

Teils handele es sich um Maßnahmen zur Vertreibung von Tauben, unter denen auch Schleiereulen oder Dohlen leiden müssten, erklärte er.

In ländlichen Gebieten setzten dem geselligen Vogel der Rückgang von Dauergrünflächen und Fällungen von Altholzbeständen zu.

Bereits 2012 wählten Nabu und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern die Dohle zum Vogel des Jahres, um auf die Gefährdung aufmerksam zu machen. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) rief private Institutionen auf, sich Gedanken zu machen, ob man Artenschutzmaßnahmen ergreifen wolle.Man müsse jedoch Geduld aufbringen, es könne mehrere Jahre dauern, bis sich Dohlen in den Nistplätzen niederlassen würden, betonte Engel.

von Rike Werner

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