Dr. Carsten Konrad leitet die Depressionsstation.
Marburg. „Depression ist eine sehr häufige Erkrankung: Rund 15 Prozent der Deutschen erkranken daran im Laufe ihres Lebens. Auf unserer Station behandeln wir vor allem die Patienten, die an chronischen und therapieresistenten Depressionen erkrankt sind“, erläutert Dr. Carsten Konrad. „Wir übernehmen viele Patienten, die schon seit Jahren an Depresionen leiden.“
Konrad ist Oberarzt in der Uni-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und leitet die neue Station, die sich schwerpunktmäßig mit der Betreuung von depressiven Menschen beschäftigt. Die neue Station ist eine von sechs Stationen der Uni-Klinik für Psychiatrie und hat 22 Betten, die von zwei Ärzten, einer Psychologin sowie 12 Pflegern und Krankenschwestern betreut werden.
Bei der Behandlung sei die vollständige Heilung der Patienten das Ziel der Therapie. Durchschnittlich sechs bis acht Wochen verbringen die Patienten auf der Depressionsstation. An eine stationäre Behandlung müsse sich bei den meisten Patienten eine mehrmonatige ambulante Therapie anschließen, die je nach Schweregrad und Häufigkeit der vorangegangenen Depressionen variieren könne, erläutert Professor Thilo Kircher, Leiter der Uni-Klinik für Psychiatrie. Ein besonderes Schwergewicht wird in der neuen Station auf die Gruppentherapie gelegt. In diesen von einer Psychologin geleiteten Gruppen sollen die Teilnehmer lernen, wie sich Depression aufgrund von negativen Gedanken und sozialem Rückzug verstärkt und mit welchen Mitteln sie gegen diese „Depressionsspirale“ ankämpfen können.
Zum Konzept der neuen Station gehört eine Kombination von Psychotherapie und medikamentöser Therapie.
von Manfred Hitzeroth
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