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Heftiger Schmerz, Schwindel, Übelkeit

Infos über Brustschmerzen Heftiger Schmerz, Schwindel, Übelkeit

Es ist die bange Vorstellung vor allem älterer Männer: Gerade noch ist man fleißig bei der Gartenarbeit oder sportlich auf dem Fahrrad unterwegs und auf einmal sticht es in der Brust.

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Die vielen Möglichkeiten für Brustschmerz waren das Thema von Dr. Jürgen Hoffmann.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Der Schmerz nimmt bei Belastung und durch prüfendes Drücken auf die entsprechende Stelle zu - Angst macht sich breit. Tatsächlich ist aber gerade dieses Szenario eher kein Anzeichen für ein tatsächliches Herzproblem.

Da die Signale aber schwer zu erkennen sind und die Angst vor einem Infarkt durchaus nachvollziehbar, bot die Gemeinschaftspraxis der Marburger Internisten, auch bekannt als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), am Samstag ein Beratungsseminar rund um das Thema Brustschmerz an. Es ging um mögliche Formen von Herzerkrankungen, die Diagnose, Risikofaktoren und Therapiemöglichkeiten.

Da für einen solchen Vortrag neben reichlich Platz für die vielen Interessenten auch eine gute bildgebende Technik hilfreich ist, hatte Marion Closmann einen Kinosaal im Cineplex dafür reserviert. „Wir sind ja unmittelbare Nachbarn der Praxis und für ältere Menschen günstig gelegen, da bot sich das einfach an“, sagte Closmann. Die Nachfrage war enorm, der an sich üppig bemessene siebte Kinosaal mehr als gut gefüllt.

Doch was sind nun tatsächlich kritische Symptome? Dr. Jürgen Hoffmann nannte dafür drei entscheidende Faktoren: „Wenn Sie einen wirklich so heftigen Schmerz erleben, dass man es als Vernichtungsschmerz bezeichnen könnte, wenn dieser länger als zehn Minuten anhält und dann noch Schwindel und Übelkeit hinzukommen, dann liegt in jedem Fall ein gravierendes Problem vor. Ein vorübergehendes Stechen unter Belastung, das auf äußere Druckeinwirkung reagiert, ist in der Regel nicht unmittelbar bedrohlich.“

Eben diese Unterscheidung ist besonders wichtig, denn natürlich hilft bei einem Herzinfarkt, einem Aorta-Einriss oder einer Embolie nur der Griff zum Notfalltelefon.

Da in der Brust neben dem Herz auch Lunge, Wirbelsäule oder Speiseröhre für irreführende Schmerzen verantwortlich sein können, empfahlen die Fachleute in den meisten nicht akut gefährlichen Fällen ganz klassisch den Gang zum Hausarzt.

„Natürlich gibt es aber auch Situationen, in denen es für die Patienten nicht beruhigend ist, diesen Zwischenschritt zu machen, aber die Symptome auch noch nicht ausreichend sind für den Notfalltransport. Für diesen Fall haben wir eine neue Nummer in unserer Praxis für Innere Medizin eingerichtet, wo Sie direkt mit einem unserer drei Kardiologen verbunden werden“, erklärte Moderator Dr. Ludwig Drude.

Bei Infarkten liegen Frauen gleichauf mit den Männern

Sowohl Herzerkrankungen als auch für sehr ähnliche Schmerzen verantwortliche Probleme mit der Speiseröhre sind auf dem Vormarsch - besonders bei Frauen.

„Leider hält sich immer noch der Irrglaube, dass Frauen keine Infarkte kriegen. Gerade nach der Menopause, den Wechseljahren, liegen die Frauen aber heute zusehends gleichauf mit den Männern, was natürlich auch daran liegt, dass sie heute viel häufiger genau so viel rauchen“, sagte Dr. Hoffmann. Beschwerden werden von Frauen aus diesen Gründen tendenziell deutlich länger ignoriert. „Dann kann aus einer an sich gut zu behandelnden Problematik ein echter Ernstfall werden, eben das wollen wir mit unserer Telefonnummer ja auch verhindern.“

  • Die neue Direktwahl für Herzprobleme: 06421/1865327.

von Marcus Hergenhan

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