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Heck wehrt sich mit Unterlassungs-Erklärung

Schwarz-gelber Zoff Heck wehrt sich mit Unterlassungs-Erklärung

CDU-Bundestagskandidat Dr. Stefan Heck will den FDP-Bewerber Jörg Behlen auf juristischem Wege dazu zwingen, keine Unwahrheiten mehr über ihn zu verbreiten. Behlen weiß noch nicht, wie er sich jetzt verhalten wird.

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Quelle: Thorsten Richter (2)

Marburg. „Politik ist kein Ponyhof“, sagte der heimische FDP-Bundestagskandidat Jörg Behlen. Seit einigen Tagen liegt er im Clinch mit dem CDU-Bewerber Dr. Stefan Heck - gestern ging der Zoff in die nächste Runde.

Am Freitag ließ Heck dem FDP-Mann eine Unterlassungserklärung zukommen. Bis gestern Mittag hätte Behlen sie unterschreiben sollen, um zu garantieren, dass er nicht mehr behaupten wird, Heck habe im Kreistag keine Reden gehalten.

In der Unterlassungserklärung ging es zudem um eine weitere Aussage: Behlen soll Heck mit dem Satz „Jede Stimme für die FDP ist eine verlorene Stimme“ zitiert haben - Heck verwahrt sich dagegen, dies gesagt zu haben und fordert Behlen auf, diese Behauptung künftig zu unterlassen.

Behlen hatte die Unterlassungserklärung bis gestern Mittag zum Ende der Frist noch nicht unterschrieben. „Mein Anwalt ist in Schweden beim Angeln - ich habe ihn glücklicherweise über Handy erreicht und wir haben jetzt um eine Fristverlängerung bis Freitag gebeten“, sagte Behlen der OP. Er wisse noch nicht, wie er sich in der Sache verhalten wolle - und er habe zwischen der Arbeit auch noch keine Zeit gehabt, sich eingehender damit auseinanderzusetzen.

Gestern Nachmittag teilte Jurist Stefan Heck per E-Mail mit, sein Anwalt habe nun beim Landgericht Marburg einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen Behlen eingereicht, weil dieser die gesetzte Frist nicht eingehalten habe. Die Mail mit dieser Information ging um 15.37 Uhr bei der Oberhessischen Presse ein. Landwirt Behlen war indes im Einsatz auf seinen Feldern. „Soll er machen“, sagte er über Hecks jüngste Aktion, als die OP ihn über die aktuelle Entwicklung per Handy informierte.

Rund eine Stunde später rief Heck in der Redaktion an. Behlens Anwalt habe nun um Fristverlängerung bis Dienstagmittag gebeten - und die wolle man ihm dann doch gewähren, bevor sein Anwalt den Antrag auf die einstweilige Verfügung beim Landgericht einreichen werde. Anders als in der Mitteilung von gut einer Stunde zuvor beschrieben, sei dies doch noch nicht geschehen.

Mit dieser Entwicklung am Telefon konfrontiert, fing Behlen laut an zu lachen. „Da hat er wohl gelogen, aber ich werde deshalb keine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirken.“

Heck sagte im Gespräch mit der OP, er sehe keine andere Möglichkeit, sich mit Jörg Behlen auseinanderzusetzen. „Seine Behauptungen sind leider kein bedauerliches Versehen, sondern Teil seiner Wahlkampfstrategie.“ Als Beispiel für Angriffe Behlens auf seine Person führte Heck an, dass Behlen ihn im sozialen Netzwerk Facebook als „Hinterdenkler“ und „das Jüngelchen von der JU“ bezeichnet habe und zitierte aus Kurznachrichten, die Behlen ihm auf sein Handy geschickt habe: Dies sei erst ein „Aufgalopp auf das, was Sie erwartet“, habe Behlen darin geschrieben.

Jörg Behlen sagte der OP, es liege „in der Wahrnehmung des Einzelnen“, ob er die Grenzen des guten Geschmacks überschreite - seine Meinungsfreudigkeit und seine forsche Art gehörten jedenfalls zu seinem Naturell.

„In der Politik braucht man ein dickes Fell, sonst geht‘s nicht“, sagte er zu der Auseinandersetzung mit Heck und verwies darauf, dass die Justiz in Deutschland viel Arbeit bekommen würde, wenn sich alle Politiker in Hecks Weise gegen Spitzen wehren würden.

von Carina Becker

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Streit beigelegt

Der heimische FDP-Bundestagskandidat Jörg Behlen hat in der Auseinandersetzung mit CDU-Konkurrent Dr. Stefan Heck nicht ganz das gemacht, was Heck verlangt hatte - jedoch will Heck die Sache damit ruhen lassen.

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