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Harte Beats und coole Tricks

"Skate Rock Bash" Harte Beats und coole Tricks

Am Samstag zeigten beim „Skate Rock Bash“ im Georg-Gaßmann-Stadion wieder zahlreiche Skate-profis und Amateure ihr Können auf den Brettern mit vier Rädern.

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So wie dieser zeigten viele Sportler in der Skate-Anlage auf ihren Boards ihr Können. 

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Der Tag verbindet Skatesport und Musik optimal“, sagte Carsten Eckardt vor der Veranstaltung. Bereits zum zweiten Mal organisierte er den Skate Rock Bash, bei dem den Zuschauern eine tolle Show geboten wurde. Gleich vier Bands hatte Eckardt gefunden, die mit einem Repertoire von Punkrock bis Elektro-Hip Hop für die passende musikalische Untermalung sorgten.

Skate-Rock-Bash im Gassmann-Stadion. Foto: Nadine Weigel

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Zum Rhythmus dieser Beats begaben sich viele Sportler auf die Skate-Anlage im Georg-Gaßmann-Stadion und zeigten auf ihren Boards ihr Können. Sie ließen sich auch von einem zwischenzeitlichen Regenschauer nicht davon abhalten, solche Tricks wie Grabs, Flips, Grinds und Flats zu zeigen.

Nach dem Erfolg der ersten Veranstaltung im letzten Jahr war für Organisator Eckardt klar, dass auch in diesem Jahr wieder so ein Event stattfinden muss. Viele Stunden verbrachte der Marketing-Mitarbeiter in einem Musikgeschäft damit, die Veranstaltung zu planen. Ehrenamtlich, versteht sich.

Wie alles begann

Dabei begann alles mit einer kurzen E-Mail an die Stadt Marburg: „Ich habe mir im letzten Jahr hier ein paar Inliner abgeholt und wusste vorher gar nicht, dass es die Skate-Anlage im Stadion gibt“, erzählt er von den Anfängen, „dann habe ich mir überlegt, wie schön es wäre, hier ein Event zu veranstalten, dass Skatesport und Livemusik verbindet. Dann habe ich einfach 3 bis 4 Zeilen an das Sportamt geschickt und das Okay erhalten.“

Auch in diesem Jahr ermittelten insgesamt 13 Skater in einem Contest den Besten unter sich, indem sie versuchten, mit ihren Tricks nicht nur die Zuschauer, sondern auch eine dreiköpfige Jury zu beeindrucken.

Dazwischen heizten solche Bands wie „Fatzke“ oder „The Lamplighters“ immer wieder die Stimmung an und sorgten sogar dafür, dass einige der Anwesenden sogar ein „Head-Banging“ vor der Bühne veranstalteten.

Trotzdem gefiel das gesamte Programm auch den weniger Enthusiastischen: „Ich war letztes Jahr schon hier und wollte unbedingt wieder herkommen“, sagt etwa Monika Schumacher aus Marburg. Die junge Mutter hat ihre fünfjährige Tochter dabei, Sorgen bereitet ihr das keine: „Ich mag einfach diese Atmosphäre hier, alle Leute sind entspannt und haben einen netten Umgang miteinander. Bei anderen Konzerten herrschen schon mal raue Sitten, aber hier ist es zum Glück friedlich.“

Inklusion im Mittelpunkt

Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf dem Thema „Inklusion“. Denn mit dem ehemaligen Weltmeister im Chair­skating, David Lebuser, kam ein Mann nach Marburg, der anderen Menschen zeigen wollte, dass man auch im Rollstuhl Spaß in der „Bowl“ haben kann.

„Ich habe damals in der Reha ein Youtube-Video vom Chair­skating-Weltmeister Aaron Fotheringham gesehen und wusste, dass ich das auch machen will“, sagt der 29-Jährige, der sich bei einem Sturz in einem Treppenschacht einen Lendenwirbel brach und jetzt seine Beine nicht mehr bewegen kann.

Mittlerweile veranstaltet er regelmäßig Workshops und zeigt anderen, die im Rollstuhl sitzen, wie man solche Anlagen wie im Gaßmann-Stadion für sich nutzen kann – trotz körperlicher Beeinträchtigung. Auch am Samstag sorgte er gerade bei den jungen Rollstuhlfahrern für Freude, als er mit ihnen übte und ihnen seine Tricks zeigte. „Das Feedback von den Kindern war durchweg positiv“, freute er sich hinterher.

Doch nicht nur Kinder nahmen an diesem Tag sein Angebot wahr, auch Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies probierte es im Selbstversuch, sich im Rollstuhl über die Anlage zu bewegen.

Obwohl ihm gerade das Hochfahren auf den Rampen sichtbare Probleme bereitete und er auch einmal auf dem Hosenboden landete, hatte der Sozialdemokrat unübersehbare Freude am Chair­skating.

"Es ist wichtig, dass dieses Thema in den Köpfen der Menschen ankommt"

„Das war cool, auch wenn man dafür einen anderen Trainingsstand braucht, als ich ihn habe“, scherzte der OB hinterher und stellte auch klar, wie wichtig solche Veranstaltungen für ihn und die Stadt sind: „Gerade für das Thema Inklusion ist ein solches Event gut, da man hier seine eigenen Erfahrungen machen kann. Aber es wird auch für den Sport als solches geworben, wir haben hier eine tolle Anlage, die man auch nutzen sollte. Generell sind Sportanlagen eine wichtige Sache, die auch nicht nur für Vereine da sein sollten, sondern wie diese hier für alle offen sein müssten.“

Wie wichtig die Inklusion ist, betont auch Anne Kaczmarek-Kolb vom Projekt „Inklusion bewegt“: „Es ist wichtig, dass dieses Thema in den Köpfen der Menschen ankommt“, sagt sie, „wir wollen durch solche Aktionen wie heute mit David Lebuser zeigen, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen Sport treiben und Spaß haben können“. Mit ihrem Projekt fördert sie auch andere Events, die sich der Inklusion verschrieben haben. „Das können etwa Mal- oder Musikkurse sein. Wir sind aber auch beim diesjährigen Marburger Bildungsfest präsent und hoffen natürlich, dass sich auch Anbieter anderer Events einmal überlegen, ob sie ihre Veranstaltungen nicht inklusiv gestalten wollen“.
Neben der Möglichkeit einer finanziellen Förderung bietet das Projekt auch eine Beratung zur inklusiven Gestaltung von Events an.

Organisator Carsten Eckardt hatte dieses Angebot genutzt: „Es war uns wichtig, Leuten im Rollstuhl Mut zu machen“, sagt er. So kam es, dass am Samstag alle Anwesenden Spaß an der Veranstaltung hatten und auf ihre Kosten gekommen sind. Egal, ob körperlich beeinträchtigt oder nicht.

von Thomas Engelmann

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