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Handys, die es nicht gibt,im Internet versteigert

Betrugsprozess Handys, die es nicht gibt,im Internet versteigert

Haben ein 38-jähriger Angeklagter oder seine Ehefrau mit fiktiven Angeboten von Mobiltelefonen mehrere Kunden der Internetauktionsplattform Ebay betrogen? Diese Frage konnte das Marburger Amtsgericht auch im zweiten Anlauf nicht klären.

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Gerichtshammer, Gesetzgebung, Rechtsprechung, Richter, Hammer, Gericht, Urteil

Marburg. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Cölber vor, von seiner ehemaligen Wohnung in Marburg aus am 19. Oktober 2011 insgesamt fünf Mobiltelefone versteigert zu haben, die er gar nicht besaß und folglich auch nicht liefern konnte und wollte. Insgesamt soll er so mehr als 1500 Euro zu Unrecht erhalten haben. Der Angeklagte äußerte sich dazu nicht.

Wie Strafrichter Dr. Tobias Friedhoff erläuterte, gab es bereits eine Verhandlung gegen den Mann, an deren Ende zu viele Fragen offengeblieben waren, sodass noch einmal von vorne begonnen werde. Laut Friedhoff hat die Ehefrau des Mannes die Taten in einem Schreiben auf sich genommen. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, wurden die Angebote auch auf ihrem Account eingestellt. Wie Friedhoff weiter ausführte, sei die Frau, die derzeit immer noch verhandlungsunfähig erkrankt ist, zum fraglichen Zeitpunkt aber in Kur in Nordhessen gewesen. Sie habe angegeben, an diesem Tag Heimweh gehabt zu haben und sich von einer Freundin nach Marburg fahren lassen. Dort habe sie dann die Taten verübt.

In der ersten Verhandlung hatte die Freundin die Angaben bestätigt. Da die Ladung jetzt nicht zustellbar war, wurde ihre Aussage verlesen. Sie habe die Ehefrau des Angeklagten gefahren, hieß es da. An den genauen Tag könne sie sich nicht erinnern, allerdings wisse sie, dass ihr Neffe an diesem Tag ins Krankenhaus gekommen sei. Dieser Termin soll nun ermittelt werden.

Auch andere Zeugen erschienen nicht. Lediglich ein Sporttherapeut der Klinik, wo die Kur stattgefunden hatte, kam. Laut Aktenlage soll die Ehefrau bei ihm in einem Kurs gewesen sein, als die Betrügereien stattgefunden haben. Er betonte, die Patienten alle zu kennen. Zumal die Frau bereits seit sechs Wochen dagewesen sei, wäre ihm aufgefallen, wenn sie nicht dagewesen wäre. Ein Fehler sei sehr unwahrscheinlich, auch wenn er diesen natürlich nie zu 100 Prozent ausschließen könne.

Richter setzt die Verhandlung erneut aus

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass Ehefrau und Freundin durchaus die Unwahrheit gesagt haben könnten, hätten sie doch gewusst, was für den 38-Jährigen auf dem Spiel stehe. Erst kurz vor den Taten sei er einschlägig noch einmal zur Bewährung verurteilt worden. Dass nun so lange nichts passiert sei, sei allerdings günstig für ihn. „Er hat es wohl kapiert.“ Der Angeklagte hielt dagegen: „Das habe ich schon vorher.“

Richter Friedhoff setzte die Verhandlung erneut aus. Mehr Zeugen müssten gehört werden, notfalls per polizeilicher Vorführung zum Gericht kommen. Einen neuen Termin gibt es noch nicht.

von Heiko Krause

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