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Handy-Auswertung im Stalker-Prozess

Amtsgericht Marburg Handy-Auswertung im Stalker-Prozess

Die polizeiliche Auswertung seines Handys zeigt einen früheren freundschaftlichen Umgang mit der Geschädigten.

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Drei weitere Zeugen brachten keine neuen Erkenntnisse im Fall eines mutmaßlichen Stalkers.

Quelle: Joachim Kirchner / pixelio.de

Marburg. Ein weiterer Zeuge des Prozesses bestätigte die wiederholt groben und beleidigenden Nachrichten eines anonymen Täters an die junge Geschädigte. Ob diese vom Angeklagten verfasst wurden, ist ungeklärt. Seit Mitte des Jahres läuft der Prozess gegen einen Studenten aus Marburg, dem Nötigung, Nachstellung und falsche Verdächtigung vorgeworfen werden.

Anfang 2013 soll er eine Mitstudentin angegriffen, über sie falsche Angaben bei der Polizei gemacht sowie ein falsches, beleidigendes Internetprofil mit ihren persönlichen Daten angelegt haben. Der Angeklagte streitet die Vorwürfe ab und beschuldigt die Geschädigte, gemeinsam mit anderen Frauen eine Art Verschwörung und Denunzierung seiner Person zu betreiben.

Fehlende oder neu angeforderte Zeugen sowie weitere Anschuldigungen gegen den Mann und schwer nachweisbare Aktivitäten im Internet des mutmaßlichen Täters hatten den Prozess wiederholt verlängert. Die Beweisaufnahme gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Während der Verhandlung am Donnerstag sagten drei weitere Zeugen aus. Ein Bekannter der Geschädigten bestätigte die wiederholten, beleidigenden Einträge „in Fäkalsprache“ auf dem Profil der Frau in einem sozialen Netzwerk. Der anonyme Verfasser hatte dafür ein nicht weiter bestimmtes Fake-Profil genutzt. Bereits vor Beginn des Strafprozesses habe ihm die Studentin mitgeteilt, dass sie sich belästigt fühle.

Angeklagter: Haben freundschaftliche Beziehung

Eine weitere Zeugin teilte mit, dass sie von der jungen Frau, wie bereits andere Bekannte, gebeten wurde, während eines Treffens mit dem Angeklagten im Hintergrund aufzupassen „falls etwas eskalieren sollte“, so die Zeugin. Getroffen habe sich die mutmaßlich gestalkte Frau mit dem Mann, um ihn erneut zu bitten, sie in Ruhe zu lassen. Während des Treffens habe der Angeklagte „weder auffällig noch aggressiv“ gewirkt. Während des Gesprächs soll er der Geschädigten wiederum vorgeworfen haben, sie hätte „sein Leben zerstört“, hatte die Betroffene der Zeugin mitgeteilt.

Wiederholt hatte der Angeklagte auf eine anhaltend freundschaftliche Beziehung zwischen ihm und der Mitstudentin hingewiesen. Die Geschädigte streitet dies ab, fühlte sich monatelang verfolgt und bedroht. Nachdem sie den Angeklagten im Jahr 2012 kennengelernt hatte, hätte sie den Kontakt nach kurzer Zeit wieder abgebrochen, teilte sie im Laufe des Prozesses mit.

Seit Anfang 2013 erhielt sie vermehrt beleidigende Nachrichten eines unbekannten Verfassers. Mittlerweile ist die polizeiliche Auswertung des Handys des Angeklagten abgeschlossen. Dort befinden sich vier zwei Jahre alte Kurznachrichten der Geschädigten. Diese enthalten neben Smalltalk Zusagen für einige Essenseinladungen des Beschuldigten.

Die vorhandenen Mitteilungen würden seine Angaben über die Beziehung der beiden Studenten bestätigen, betonte der Angeklagte. Weitere Nachrichten der Frau aus der Zeit des angeklagten Tatzeitpunkts befanden sich nicht auf dem Gerät. Staatsanwalt Sebastian Brieden bezweifelte die Aussagekraft der alten Texte und benannte eine weitere Zeugin für den Prozess, der am 9. Dezember fortgesetzt wird.

von Ina Tannert

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